Die Grafenstadt ruht nicht, ihren Ruf als Standort des Moers Festivals zu ramponieren.
Allen voran Thorsten Schröder, Pressesprecher der Stadt, der offenkundig nicht weiß, wo die Glocken hängen.
Gegenüber dpa sagt er, es gehe nun darum, „das Festival an die Bevölkerung ´heranzutragen´ und nicht darum, ´volkstümlichen´ Jazz zu machen“.
Mit anderen Worten, zum Pressesprecher der Stadt ist nicht vorgedrungen, dass derzeit mit Carolin Pook die neunte in einer Reihe von „Improvisers in Residence“ exakt dieser Aufgabe nachgeht.
Ende Oktober soll der neue Festivalchef benannt werden, drei Kandidaten stehen bereit. Von ihnen wird regionale Orientierung erwartet.
Der Vertrag mit Reiner Michalke wird zum 31.12.16 aufgelöst, dem Nachfolger bleiben also ganze 7 Monate Zeit der Vorbereitung. Teil des Deals ist, dass er sich auf Vorarbeit Michalkes stützen kann.
Eine Vorahnung, wohin die Reise zu Pfingsten 2017 geht, gibt der Herr der schlechten Zahlen, Dirk Hohensträter, der RP.
Da auch das Michalke-Team die Stadt verlassen hat, braucht der Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH dringend Statthalter für die Organisation. In Hannes Koch und Benjamin Schaschek hat er sie gefunden:
„zwei Leichtmatrosen“, die „auf der weltweiten Suche nach Musik“ - angeblich ohne nautische Kenntnisse - von Australien nach Deutschland gesegelt sind, hier und da an Land gingen, um mit einer Vielzahl von Musikern einer durchweg bescheidenen Idee nachzugehen:
„Das Ziel der beiden ist es, die Menschheit über politische und gesellschaftliche Grenzen hinweg zu vereinen und zu zeigen, dass genau das die Sprache der Musik bewirken kann.“
So klingt die Verlagswerbung für ihre Buch/CD „Sailing Conductors“.
Zwei Leichtmatrosen am Niederrhein …
die Jazzpolizei trifft auf immer mehr Reisewillige, die für Pfingsten 2017 neue Destinationen suchen.

erstellt: 10.10.16
©Michael Rüsenberg, 2016. Alle Rechte vorbehalten