Dirk Hohensträter, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, ist nicht nur der Herr der schlechten Zahlen, sondern auch der Gutachten.
Nur, dass er diesmal vom Subjekt zum Objekt wird.
Sein Handeln soll Gegenstand einer gutachterlichen Prüfung werden, konkret: ob er befugt war, die sich selbst als „Leichtmatrosen“ ausgebenden Sailing Conductors vertraglich in das Organisationsteam des kommenden Moers Festivals einzubinden.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Brohl findet das vollkommen in Ordnung:
"Wir wollen und brauchen ein Festival 2017, auch, weil ansonsten hohe Rückzahlungsverpflichtungen entstehen“, wie er der RP sagt.
Vielleicht bezieht er sein Urteil auf Andrea Kiewel, die die beiden im ZDF-Fernsehgarten total süß fand.
Mit anderen Worten, Moers steht allen Toren offen - solange nur irgendwas mit Tönen in der Festivalhalle dabei herauskommt.
So wird z.B. das „Kulturjahr 2017 mit einem Paukenschlag beginnen“, wie gleichfalls die RP tönt. Die Janácek-Philharmonie aus Ostrava wird am 1. Januar in der Grafenstadt gastieren, ein „Weltklasse-Ensemble“, wie es ihr künstlerischer Leiter einstuft.
In einem Leserbrief an die RP bringt Hans-Martin Müller, selbst ein Moerser und jahrzehntelang Soloflötist im WDR Sinfonieorchester, die lokale Fahnenstange des kulturellen rankings  wieder ins Lot.
Die KollegenInnen aus Ostrava mögen ja durchaus respektabel sein, „allein, der Weg zur "Weltklasse" ist weit, und wenn das Orchester aus Ostrava Weltklasse ist, haben wir alleine in NRW mindestens 10 davon - eines übrigens in Duisburg - dorthin lohnt sich der Weg immer. Der Vergleich mit Wien und Berlin ist gelinde gesagt etwas übertrieben, wir vergleichen ja auch den MSV Duisburg nicht mit Real Madrid.“

erstellt: 26.10.16
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