Im Rückblick, lange vor seinem zwischen zwei Buchdeckeln vorgelegten „Résumé", gefiel sich Eberhard Weber in der ihm typischen Melange aus Ironie, Distanz und Selbstlob, zu berichten, wie Wolfgang Dauner mit ihm und Fred Braceful (1938-1995) ganze Säle „leergespielt“ habe.
In den sechzigern. Selbstverständlich.
An jene Vorgänge wird erinnert, wer aus Hamburg hört, dass sich während eines langen John Zorn-Abends („Bagatelles Marathon“ in der Reihe „New York Stories“) die Reihen in der schönsten Hörstube der Stadt lichteten.
„Laut Hauspersonal waren es bis zu 500 Menschen, die im Lauf des Abends den Saal verlassen hatten." (taz)
In der Freien und Hansestadt ist die Elbphilharmonie permanent ausverkauft.
Also sichert  sich eine beträchtliche Fraktion unter den Pfeffersäcken der Stadt, nämlich die vom Stamme „Raffke“, Tickets auf Verdacht: egal, wer kommt, vorzeitig ´raus kommen wir immer.
So zumindest erklären einige Kritiker den Dauner-Effekt unter den Nordlichtern.
John Zorn in HH: mit 27 Musikern in 12 sets a 20 Minuten.
Selbst der wackere Ulrich Stock von der Zeit räumt ein:
„Es gibt Durststrecken, in denen man sich an die Bar wünscht, und irgendwann stellt sich auch die Frage, wann die letzte U-Bahn fährt“.
Der Jazzpolizei sind verwandte Gedanken vom „Zorntag“ in Moers am 17.05.2013 in Erinnerung.
Vielleicht sind ja nicht alle vom Stamme „Raffke“ auch „Kunstbanausen“, wie besorgte Stimmen aus der Hansestadt befürchten.
Sondern Kenner, die Kunst und Kunstgewerbe auseinander zu halten wissen.

erstellt: 06.04.17
©Michael Rüsenberg, 2017. Alle Rechte vorbehalten