Diese Karriere ist noch lange nicht zu Ende, nachdem der Künstler zum 01.01.09 - wenige Monate vor seinem Sechzigsten - von der Bühne abgetreten ist.

Sie ist am 01.12.15 lediglich in ihren akademischen Teil übergetreten.

An diesem Tag hat William Bruford - in Jazz- und Rockkreisen als Bill Bruford eine historische Größe - das „statetment of originality“ unterzeichnet. Es ist die Seite IV der Arbeit „Making it Work: Creative music performance and the Western Kit drummer“.

Darin verpflichtet sich der Autor, nicht dem Baron Guttenberg gefolgt zu sein, vulgo: alles allein geschrieben, alles korrekt zitiert zu haben und erlaubt der School of Art an der Faculty of Arts and Social Sciences an der University of Surrey, die Arbeit beim plagiarism detection service TurnitinUK einreichen zu dürfen.
Bill BrufordDer Test ist bestanden, Bill Bruford seit einiger Zeit Dr.phil. Bill Bruford, die 315 Seiten seiner Dissertation sind über die Webseite von King Crimson zugänglich, im nächsten Jahr soll eine abgespeckte Version davon auf dem Markt erscheinen,
Titel: „Uncharted: Creativity and the Expert Drummer“.
Der Master Drummer hat sich wirklich Mühe gegeben; ausweislich der References hat er Bücher gewälzt von Csikszentmihalyi, dem Flow-Theoretiker, über den Klassiker der Soziologie, Howard S. Becker, den Gründervater der Phänomenologie Edmund Husserl, den Saxophon spielenden Musikpsycholgoen Raymond MacDonald bis zu Zils et ali., „Automatic extraction of drum tracks from polyphonic music signals.“

Die Jazzpolizei hatte man noch keine Zeit, die Diss. ausführlich zu studieren.
Aber ein assoziiertes Mitglied, der Drummer MeckerFrantz aus der Destination Düsseldorf, hat sich in einer Nachaktion darin vertieft.
 Und ist nicht nur mit Ringen unter den Augen, aber auch mit einem gesenkten Daumen wieder ans Tageslicht getreten.
Er findet die Arbeit „butterweich“ und in ihrem wissenschaftlichen Anspruch nicht prägnant genug.
Sein Eindruck: es handele sich um ein weiteres Exemplar jenes practice based research, der insbesondere in der britischen akademischen Welt populär ist; wo Musiker das eigene Tun von einer höheren Ebene, der akademischen, aus betrachten, die Wahl ihrer wissenschaftlichen Referenzen aber nicht unbedingt den Stand der jeweils gewählten Disziplin repräsentieren.

MeckerFrantz hat auch eines der Pseudonyme von Bruford´s Interviewpartnern geknackt. Keiner der neun steht mit vollem Namen dort. Bei Nr. 5 I.L. ist sich MeckerFrantz zu „99.9 Prozent“ sicher: es handelt sich um Cindy Blackman, bürgerlich korrekt Cindy Blackman-Santana.

erstellt: 06.05.17
©Michael Rüsenberg, 2017. Alle Rechte vorbehalten

PS 07.05.: die Jazzpolizei knackt zwei weitere Pseudonyme unter den 9 Bruford-Interview-Partnern:
Nr. 1 S.I. ist Asaf Sirkis, Nr. 6 H.T. ist Thomas Strønen