Wer könnte das sein?
Welcher deutsche Jazzmusiker wird im Gender-Dickicht sich so verirren, dass er auf die Frage „Finden Sie es heute schwerer, als Mann die Rolle zu finden, die von Ihnen erwartet wird?“ schließlich auf diesem Grundton landet:
„Trotzdem bin ich im Herzen ein Feminist“?
Anders herum gefragt: welchem deutschen Jazzmusiker kann man (in diesem Falle eine Frau Schönstädt von der Berliner Morgenpost) überhaupt mit diesem Ansinnen nahe treten?
Yes, folks, es ist unser Schönster, jüngst auch noch als „gepflegtester Mann“ ausgezeichnet (von GQ, dem Zentralorgan für kantige Kerlemänner).
Er hat vor Barak Obama gespielt, und er droht, obwohl er von jenem „wenig Ahnung hat“, an:
„Vielleicht wird politisches Engagement noch mal ein neues Kapitel in meinem Leben. Ich beobachte oft, wie Musik Grenzen zwischen vermeintlich verfeindeten Lagern überwinden kann.“

Na gut, wenn´s nur „vermeintlich“ Verfeindete sind, kann der eine oder andere Stoß aus seiner Trompete wohl an den Verhandlungstisch komplimentieren.
Er lebt wechselweise in Berlin und ÄllAjii und findet das Pressesystem „dort beispielsweise sehr viel freier als bei uns“.
Und dann weiß man nicht mehr, ob man schreien, weinen oder Alice Schwarzer um Rat fragen soll:
„Wir können in Deutschland nachweislich manche Dinge nicht sagen, ohne einen Shitstorm auszulösen, weil wir eben ein sehr kleines Land sind.“

erstellt: 25.07.17
©Michael Rüsenberg, 2017. Alle Rechte vorbehalten