Bis dato arbeiten nur die Jazzschreiber im SZ-Feuilleton an einer neuen Ontologie des Jazz.
Jetzt ist die anspruchsvolle Disziplin offenkundig auch anderen Autoren freigegeben, denen aus der heute nicht-mehr-improvisierenden, abendländischen Großgattung.
Michael Stallknecht (SZ vom 06.09.17) weiss brav:
„Improvisieren war schließlich lange Zeit fester Bestandteil der musikalischen Praxis, Komponisten wie Bach oder Mozart improvisierten stets auch öffentlich.“
Dann aber ein Felgaufschwung, der die gesamte Jazz-Ästhetik auf die Plätze verweist:
„Heute tun es nur noch die Jazzer, die dabei genauso vorgehen wie ihre historischen Kollegen - auf der Grundlage bekannter Muster und in der Nachahmung prominenter Vorbilder“.
Die einzelnen SZ-Ressorts, so hat es uns der wirklich verehrte SZ-Chefredakteur Kurt Kister einmal wissen lassen, genießen Autonomie.
In Buch 1 (Politik) und Buch  3 (Wirtschaft) mag das in Ordnung gehen; wenn sie in Buch 2 (Feuilleton) in Narrenfreiheit umschlägt, müsste vor Andruck vielleicht doch noch jemand Korrektur lesen.

 

erstellt: 06.09.17
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