Das neue Album von Kamasi Washington, eine halbstündige EP unter dem Titel „Harmony of Difference“, ist gerade auf dem Markt, da wird sie auch schon von einer hochfahrenden Prosa begleitet, gegen die Berichte von Wein-Degustationen wie abgestandenes Wasser anmuten.
Sein neues Opus sei „nicht explizit politisch“, Washington bleibe „seinem Credo der radikalen Zugänglichkeit treu“ (hat nicht Heino so ähnlich gesprochen, „jeder kann es verstehen“), ist das Mindeste, was wir lesen.
„…aus dem Chaos der Aktualität hinaus“ greife Washingtons Musik „nach einer entrückten kosmischen Schönheit und Ordnung, die sich dem irdischen Verstand entzieht und Jazz-Jahrzehnte zusammenschmelzen lässt“.
Ob es seine Vorläufer sind oder das Sturmtief Xavier selbst, das nicht nur den Bahnverkehr lahmlegt, sondern auch Hirnarreale norddeutscher Redakteure?
Wir zitieren jedenfalls nicht den Elbdeich-Boten, sondern Spiegel Online (05.10.17), ein Organ aus dem Hause, das sich auf seine „Dokumentation“ einiges zu Gute hält.
Aber wahrscheinlich prüft die nur Fakten und nicht Lockendrehen auf Glatzen, wie das Schreiben über Musik in seinen schlechtesten Momenten nicht ganz falsch beschrieben ist.

erstellt: 05.10.17
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