bild span12Für sein Album „Lenox Avenue Breakdown“ hatten sich die Designer des Labels Columbia 1979 mal richtig Mühe gegeben: das Eckhaus in Form eines Altsaxophons war eine schöne Symbolisierung seiner Tongebung; erdig zwar, in der Cannonball Adderley-Tradition, zugleich ungemein „singend“.
Da war er, 1974 aus Kalifornien kommend, richtig gelandet in der Hauptstadt des Jazz, „der beste Altsaxophonist der Westküste“, wie der Saxophonist David Murray gegenüber der New York Times meint.
Sein Ton war richtig gefragt, bei Chico Hamilton, Gil Evans, McCoy Tyner, höchst prominent sein singendes vibrato in der ersten Ausgabe von Jack DeJohnette´s Special Edition, neben Murray, 1979.
Blythe stand mit einem Bein in der Avantgarde, mit dem anderen „In the Tradition“, wie sein erstes Album für Columbia 1978 betitelt war.
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Dazu gehörten nicht nur Standards, sondern auch Funk, lange Jahre zusammen mit dem Tubisten Bob Stewart, unvergessen „Bush Baby“, dessen 3/4-Takt nicht minder fordernd war wie der „Boogie Woogie Waltz“ von Weather Report ein paar Jahre zuvor.
Eine Zeitlang wurde er hoch gehandelt, als einer der neuen young lions.
Doch der Absturz kam schon während er Columbia-Jahre, mit dem unsäglichen Funk von „Put Sunshine in it“.
In den 90ern war er kurzfristig noch Mitglied des World Saxophone Quartet.
1996 ging Blythe wieder zurück nach Kalifornien, sein letztes Album erschien 2003.
Vor Jahren wurde bei ihm die Parkinson Krankheit diagnostiziert.
Am 27. März starb er daran in Lancaster/CA. Arthur Blythe wurde 76 Jahre alt.

erstellt: 30.03.17
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