Ihr zweites Album „Gentle Giants“ zählt zu den herausragenden 2017.
Auch ohne die dort subtil verwobene Elektronik wissen Slowfox zu betören - sie spielen einfach was anderes, wie gestern zum Abschluss einer kleinen Tournee im Loft, Köln.
Sie haben ja eine solche Kontrolle über ihrer Instrumente!
Die Jazzpolizei hat jedenfalls noch nie einen Bassisten erlebt, bei dem selbst das unerlässliche Nachstimmen des Kontrabasses ein solches Hör-Vergnügen bereitet wie bei Sebastian Gramss.
Der Mann schickt dabei Flageoletts zum Himmel, dass man frohlocken möchte.
Er spielt einen 200 Jahre alten Bass, einst in den Händen von Peter Kowald (1944-2002), der jetzt wohl seine besten Tage hört.
Von Hayden Chisholm´s flötenhaftem Altsaxophon können wir - an dieser Stelle - schweigen und uns umso mehr und erneut wundern über Philip Zoubek aus Tulln in Niederösterreich, der seit 2002, seit seinem Studium in Köln, zu einer Größe reift.
Lang hatte man ihm im avantgardistischen Fach abgelegt, wegen seiner Vorliebe für das Präparieren der Piano-Saiten. Das tut er auch bei Slowfox auch, gelegentlich, aber wenn man in diesem Trio den Schlagzeuger nicht vermisst, dann deshalb, weil der Pianist wie eine lebende Triole agiert. Ein solches Grooven im kammermusikalischen Neo Cool Jazz - das hat was!
Slowfox Loft 1

Nächsten Sommer sind Slowfox in Angola.
Gramss hat schon musikalische Partner getestet. Ein Studio ist gebucht.
Die Jazzpolizei ahnt, was auf sie zukommt.

Foto: Peter Tümmers

erstellt: 23.10.17
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