Immerhin liegen die Geburtstage kalendarisch 27.08. (Hegel) und 29.08. (Parker) eng bei-, wenn auch in Jahreszahlen 150 Einheiten auseinander.
Aber, auf „Mozart, Pagagini“ oder auch „Beethoven des Jazz“ hat es CP doch schon gebracht - warum sollte nicht vor dem nächsten Centennial ein entsprechender Geistesblitz in unsere Gedenkkultur einschlagen?
Der Jazz ist doch immer auch sein Gegenteil.
Die Jazzpolizei hält es da mit FB, mit Franz Beckenbauer, mit dessen Doppelfutur:
„erst warten wir ab, dann schau´n ´mer mal!“
Charlie Parker 100. Die großen Widmungen, zumindest die gedruckten, enthalten dieser Tage die altbekannten Fakten und wenig Neues. Das eine oder andere Glanzlicht, vielleicht gar neue Einsichten, findet sich in den Interview-Sammlungen, die online verfügbar sind.
London Jazz News sammelt Statements von Altsaxophonisten und -Innen, von David Binney bis Miguel Zenon.
Ganz ähnlich auf Deutsch BR Klassik
Mit derselben Methode, aber wie üblich ein wenig tiefer gräbt der Pianist Ethan Iverson auf seiner Seite DoThe M@th
Und, nicht zu vergessen, wie andernorts schon geschehen, der große Charlie Parker Abend im ARD Radiofestival, also über alle Kultursender der ARD, Sonntag, 30.08., 20:04-24:00 Uhr.
Darin ein Beitrag von yours faithfully über den New Yorker Jazzforscher Krin Gabbard, der intensiv das beleuchtet, was in manchen der Statements eher nebulös bleibt: die enorme Kenntnis Charlie Parkers des „klassischen“ Repertoires.
Immer wieder schnappt er nach Fetzen, zitiert sozusagen „von unten nach oben“ (Gabbard).
Worum es dabei geht, wie das klingt, kann man auf ChasintheBird von Yoichi Suzuki nachhören. Die Webseite ist leider seit Jahren nicht mehr gepflegt, aber was sie bietet, ist immer noch frappierend.
Man kann diesen wie auch die anderen Beiträge der 4-Stunden-Sendung jetzt schon hören.

erstellt: 29.08.20
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