Till. bitte!

Unser Schönster rennt mal wieder offene Türen ein.
Der Spiegel zitiert ein Instagram-Video von ihm, in dem er die Corona-Politik der Bundesregierung als „visionslos“ kritisiert („Da hat er einen Punkt“, Markus Lanz).
Anlass ist die harsche Resonanz auf die Aktion #allesdichtmachen von Schaupielern um Jan Josef Liefers, Ulrich Turkur u.a. Die Kritik habe ein Ausmaß angenommen, “das menschlich erschrecken muss und nicht mal vor Morddrohungen zurückschreckte“. Andererseits blieben die Clips aber „die Pointe auch ein wenig schuldig, wenn wir ehrlich sind“.
Till Brönner seinerseits hatte im November 2020 ein durchweg sachliches Protestvideo veröffentlicht - bedauerlichweise ohne Folgen:
„Ich wurde ins ´Heute Journal´ und zu Anne Will eingeladen, wurde im Kulturausschuss des Bundestags als Sachverständiger gehört. Der Erdrutsch für die Kultur blieb aber ganz klar aus“.
Warum bloß, fragt nun die Jazzpolizei, verpufft ein politischer Impuls aus dem Jazz (in dem, wie ständig behauptet, so vieles politisch sei) ausgerechnet in der politischen Arena?
Laut Spiegel gibt sich Brönner auf Instagram wie ein Bauchredner von Christian Lindner: Steuergesetze machten „keinen Unterschied zwischen Leistung und Spekulantentum“.
Und sicher klagt er im Namen aller Jazz-KollegInnen, es sei doch „schlimm zu hören, dass jemand einen Auftrag für ein wirklich gutes Honorar nicht mehr annimmt, weil ihm nicht genug davon übrig bleibt“.
Ja, is´ denn scho´ Wahlkampf? (Franz Beckenbauer).

Die Jazzpolizei hält es noch lieber mit - abgewandelt - Sandra Hüller:
 „Till. Bitte!“

erstellt: 05.05.21
©Michael Rüsenberg, 2021. Alle Rechte vorbehalten


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