Neulich noch wurden wir an ihn erinnert. 

Auf „Dark Star Safari“, dem neuen Album des Schweizer Schlagzeugers Samuel Rohrer, intoniert einer der beiden norwegischen Elektroniker Jan Bang oder Erik Honoré (das Cover bleibt da unpräzise) einen Sprechgesang in einer Assoziationslinie, die durchaus zu Scott Walker führt.

scott walker

Zu seinem Album „Climate of Hunter“ (1984), einem von zwei seiner Alben, die jazzseitig von Interesse sein dürften.

Die geringe Zahl muss nicht beklagt werden, denn Walker war nun mal überwiegend in einem anderen Universum tätig, an sehr diversen Orten des Pop, die durchaus auch mal in Form eines Kammerorchesters Laut geben konnten.
Natürlich erinnern wir uns an die 60er,
an die Walker Brothers (von denen keiner so hieß), an covers wie „The Sun ain´t gonna shine anymore“, an den Beat Club von Radio Bremen.
Den man in jenen Monitor-raren Zeiten nicht daheim, sondern vor den Fenstern von Radio- und Fernsehgeschäften irjenswie zu sehen & zu hören versuchte.

„Climate of Hunter“ blieb hängen, wegen der Sopransaxophon-Flächen von Evan Parker, der trockenen Baßgitarre von Mo Foster, der Trompete von Mark Isham und dem einmalig düsteren Bariton des Bandleaders.
Scott Walker, geboren am 9. Januar 1943 als Noel Scott Engel in Hamilton/Ohio, starb am 25. März 2018 in London. Er wurde 76 Jahre alt.

erstellt: 25.03.19
©Michael Rüsenberg, 2019. Alle Rechte vorbehalten