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Das timing war nicht gerade jazzlike, ein wenig, ein wenig viel hinter dem Beat.
An dem Tag, an dem die Telekom bekanntgibt, die ersten Städte für 5G freizuschalten und Meldungen auf das andere Ende der Fahnenstange verweisen, wonach 3G-Kunden bald wohl unverbunden sein dürften.

An diesem Tag geht der Trompeter Markus Stockhausen mit seiner Petition an die Öffentlichkeit: kein 5G in NRW!
Der regionale Zuschnitt verwundert zunächst. Richtet sich die online-Petition doch
„an den Ministerpräsidenten Armin Laschet, Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, Natur- und Verbraucherschutz, u.a.“
Wenn man auf der Seite scrollt, sieht man, dass Stockhausen auch an „alle Mitglieder der Landesregierung NRW - alle Bürgermeister in NRW“ sich wendet und schließlich auch nicht die vier beteiligten Telefonkonzerne vergessen hat.
Sein Ton ist alarmistisch. Die Gesundheitsgefährdung sei bewiesen, „tausende Male, von namhaften Wissenschaftlern“.
Wäre die potenzielle Gefährdungslage nicht wirklich neu und auch von neutralen Quellen unbestritten, dass es noch keine Langzeitstudien gibt (wie auch?), dürfte man sich an den Aufstand der Lungenärzte (wie hieß noch deren Häuptling?) erinnert fühlen.
Nur dass der Trompeter eben in die andere Richtung rennt, geradewegs ins Armageddon:
„Und hinzu kommt noch, dass mit 5G ein perfekter Überwachungsapparat ausgebaut werden soll. In China ist es schon soweit. 5G könnte man auch als (tödliche) Waffe einsetzen, man braucht nur die entsprechenden Feldstärken und Frequenzen zu senden. Nein danke.“
Zum Zeitpunkt dieses Artikels haben sich 247 Personen bei openpetition gemeldet,
Stockhausen´s Frau Tana Bourman ist darunter, aus dem Jazzlager Cornelius Claudio Kreusch, Heiner Wiberny, Joachim Zoepf, ja sogar Evan Parker (DER Evan P.?).
Etliche allerdings trauen sich nicht so recht, sie kommentieren viel, tun dies aber „nicht öffentlich“.

erstellt: 04.07.19
©Michael Rüsenberg, 2019. Alle Rechte vorbehalten