Ted Gioia, den wir an dieser Stelle hinreichend gewürdigt haben, kündigt, nein droht ein weiteres Verhängnis, pardon Buch an:
Music: a subversive Story
Er kann´s gar nicht mehr abwarten, die Auslieferung des Bandes ist nur noch „100 Tage entfernt“, der Umschlag schon da, und darauf jubelnde Vor-Urteile von Terry Riley bis Fred Hersch („Gioia begründet die Universalität der Musik in allen Kulturen und Zeiten“).
Gioia begnügt sich diesmal nicht mehr mit Jazz oder „Love Songs: The Hidden History“ (seiner letzten Veröffentlichung).
Diesmal geht´s um Große Ganze, er verspricht eine „subversive Enthüllung von tausenden von Jahren der Musikgeschichte“.
Hauptthese: wir alle sind Opfer eines mehr als nur Great Rock´n´Roll Swindle, sondern eines gigantischen Betruges, der uns „bewußt die wahren Quellen von Kreativität und Innovation verschweigt“.
Wenn man von den auf seine Webseite in hoher Dichte angebotenen Essays zur Probe mal einen aufruft, einen der zum Thema passt, z.B. über Universalität - kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen angesichts des dröhnenden Unverständnisses gegenüber der Forschung.
Gioia ist offenkundig der Unterschied zwischen „Universalität“ (der Musik) und (musikalischen) Universalien nicht bekannt oder er will ihn nicht wahrnehmen.
Ornette Coleman comic

Im Gegegensatz zu Ted Gioia hat Matthew Brown noch keinen Verleger.

Brown arbeitet an einem comic, pardon, einem graphic novel über das klassische Ornette Coleman Quartet.
Offenkundig ist Gioia davon angetan, denn er twittert eine Seite daraus.
Die vier Musiker sprechen oder denken dort ein Jazzmusiker-Latein…hölzener, klischeehafter geht´s nicht.

Vor fünf Jahren war ein Django Gold im New Yorker mit einer bösen Parodie eines Sonny Rollins-Interviews über die Humorlosigkeit der Jazzszene hergefallen. An dieser Eigenschaft bei Brown müsste er verzweifeln.

erstellt: 24.07.19
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