War das nicht eine Parole, die man vor ein paar Jahren im Umkreis des Moers Festivals lesen konnte?
Wie dem auch sei, diese Aufforderung beschreibt ganz gut die Mühe, die es erfordert, auf YouTube den Verlauf der Pressekonferenz für das kommende Moers Festival (29.05. bis 01.06.) nachzuvollziehen.
Die Moerser haben sich zu diesem Zweck, das ist unbestritten, immer etwas einfallen lassen.
Mal zeigten sich die Verantwortlichen am Rheinufer in Düsseldorf (!), ein andermal gingen sie im Stadteigenen Freibad buchstäblich ins Wasser.
moers plakat 2020
Mag sein, dass anno 2020 die Laufschriften und undeutlichen Bildsujets das cineatische Auge eines Alexander Kluge erfreuen, der gemeine Festivalinteressent wird sich den bösen Gedanken nicht verkneifen, dass ihm hier Bild- und Tonmaterial hingeworfen wird in dem Bewußtsein, dass das Virus dem Ereignis ohnehin zuvorkommen wird.
Dabei sind unter dem, was man, wie gesagt, mit Mühe nur wahrnehmen kann, durchaus Festivalpunkte, die man als assets bezeichnen kann.
Archie Shepp und das John Scofield Trio lassen einen nicht völlig zusammenzucken, aber John Zorn oder auch ein Ensemble, das Julius Eastman spielt, sind schon mal „nicht ganz schlecht“ (Marcel Reif).
Oder Wolfgang Puschnig mit Wolfgang Mitterer.
Und, „nach 31 Jahren dürfen wir Heiner Goebbels wieder begrüßen.“
Er versteckt sich mit seinem Duo-Partner Gianni Gebbia in der Band The Mayfield, entstanden aus einem seiner Theaterprojekte.
Die Machern wissen, was sie ihrem Publikum zumuten:

„Wir werden improvisieren. Habt Geduld. Lasst Euch überraschen.“

erstellt: 26.03.20
©Michael Rüsenberg, 2020. Alle Rechte vorbehalten