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20.000 Euro. Das dürfte der höchst-dotiere Jazzpreis sein
(alle anderen, WDR, SWR z.B., rangieren mit 15.000 darunter).
Bei näherer Betrachtung ist der Belmont Preis allerdings kein Jazzpreis, es ist ein Preis für „herausragende Leistungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik“, seit 1999 ausgelobt von der Forberg-Schneider-Stiftung.
Bisherige Preisträger: der Publizist Alex Ross („The Rest is Noise“) 2012,  die Violinistin Carolin Widman, 2004, oder der Kurator Eamonn Quinn aus Dundalk/Irland, 2018 u.a.
florian weber 1Der Pianist Florian Weber, Jazzprofessor in Osnabrück, passt hier gut hinein.
Bei der Begründung muss die Stiftung noch ein wenig üben. Dass Webers „Spiel das Risiko weder scheut noch ausstellt, sondern ganz selbstverständlich den Eindruck einer unerhörten musikalischen Freiheit vermittelt“, wirkt denn doch noch sehr aus dem Setzkasten von Laudatoren Speech gegriffen.
Vermutlich hat die Stiftung dabei ein Projekt im Ohr, das Weber Ende Oktober im Pierre Boulez Saal zu Berlin mit Mitgliedern des Ensemble Modern zusammenführen wird,
„inspiriert von Arnold Schönbergs selbstentwickelter Schachvariante ´Koalitionsschach´“.
Das Preisgeld wird Florian Weber hoffentlich schon dann überwiesen sein, auf die „festliche Preisverleihung“ nämlich muss er „aufgrund der aktuellen Situation“ noch bis ins kommende Jahr warten.

erstellt: 12.06.20
©Michael Rüsenberg, 2020. Alle Rechte vorbehalten