Das älteste deutsche Jazzfestival, das Deutsche Jazzfestival Frankfurt am Main, wird in seiner 51. Ausgabe kaum wiederzuerkennen sein.
Corona-bedingt schnurrt es auf einen Abend zusammen, wie üblich an einem seiner tradierten Spielorte, der Alten Oper.
Das Programm dort, am Mittwoch, 28.10., 18 und 20.30 Uhr, kann man nicht anders als ein asset bezeichnen. Django Bates Trio Beloved trifft auf die hr Big Band für ein Charlie Parker-Programm der Extraklasse.
Ja, vor 4 Jahren haben wir uns an dieser Stelle für dieselbe künstlerische Konstellation vorab weit aus dem Fenster gelehnt (für das Sgt Pepper Programm) - und es hinterher bereit.
Das ist diesmal anders. Das Bates Trio hat mit der schwedischen Norbotten Big Band das Programm „Tenacity“ 2013 in der Londoner Royal Albert Hall uraufgeführt; bald liegt es auf CD vor.
Und da die hr Big Band in der gleichen Liga spielt, ist ein Absturz nach menschlichem Ermessen nicht zu erwarten.
Drei Tage später, am 31. Oktober, findet das Festival seine Forsetzung - ohne Live-Publikum, ab 19 Uhr in einem Stream aus dem Hörfunkstudio II des hr, mit einem Nonett um den Frankfurter Holzbläser Maximilian Shaikh-Yousef, der Pianistin Johanna Summer (der jüngst eine fragwürdige Eloge in der Zeit wiederfuhr), sowie KUU!, die sehr punkige Band um die Sängerin Jelena Kuljic, die beiden Gitarristen Kalle Kalima und Frank Möbus - sowie Christian Lillinger.

erstellt: 24.08.20
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