Johanna kriegt den Pott

Johanna Summer 1Ob die Piano-Aktivitäten von Johanna Summer einen „Preis für innovative Jazzmusiker“ (Pressemitteilungen) rechtfertigen, darüber dürfte unsere kleine Welt wahrlich geteilter Meinung sein.
Es hängt davon ab, was man unter „innovativ“ und/oder „Jazzpiano“ versteht.
Die eher „philharmonisch“ ausgerichtete Abteilung zeigte sich von ihren Schumann-Adaptionen aufs Entzückteste angetan; im Herbst will Summer diesen Pfad unter dem kongenialen Titel „Resonanzen“ mit Bach, Schubert, Beethoven, Tschaikowski e tutti quanti bestücken.
Der „neue Stern am Pianohimmel“ (so der Label-Kollege Joachim Kühn aus dem fernen Ibiza) dürfte anderseits mit zwei „amtlichen“ Referenzen jüngst auch das Lager der Skeptiker aufweichen, nämlich einmal durch ein Duo mit Pablo Held und zum anderen ein Konzert mit Jonas Burgwinkel und Seamus Blake im Stadtgarten, Köln.
Ob der Jazz Pott den Diskurs befeuern wird, steht dahin, aber jedenfalls erhält die Wahl-Berlinerin Johanna Summer mit obiger Begründung die Auszeichnung, die 1988 von Viktor Seroneit († 2011) und Nikolaus Troxler begründet wurde.
Sie erfolgt zum 25. Mal und ist mit 2.000 Euro dotiert, die wiederum der Essener Kabarettist Hagen Rether spendet.
Das Konzert der Preisträgerin - aufteilt in eine Solo-Performance („Resonanzen“) und ein Trio - findet am 25.09. im Essener Grillo-Theater statt.

Foto: Gregor Hohenberg/ACT
erstellt: 24.06.22
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