Der Herr der Fusionen

kevin fellezs columbiaKevin Fellezs ist der neue Direktor des Center for Jazz Studies an der Columbia University in New York City, er folgt in dieser Funktion u.a. George Lewis. Der Institution ist er seit 2012 als Assistenzprofessor verbunden.
Fellezs - Vater aus Hawaii Mutter aus Japan - stammt aus einem schwarzen Arbeiterviertel in San Francisco, „heute sehr gentrifiziert“.
In Angela Davis hatte er eine frühe Mentorin an der University of California in Santa Cruz.
Am 14. Oktober veranstaltet Fellezs in NYC einen Kongreß „Fusion: Remixing Jazz, Rethinking Genre in the 21st Century“.
„In diesem Zusammenhang werde ich die Gemeinschaften jenseits des rassischen Binarismus von Schwarz und Weiß beleuchten, in den ein Großteil des amerikanischen Jazzdiskurses immer noch verstrickt ist, um über die Beteiligung von Asiaten und Lateinamerikanern an dieser Musik nachzudenken“.
Angesichts zunehmender Tendenzen, Jazz als afro-amerikanisches Phänomen zu reklamieren, kann man Fellezs´ Perspektive, zumal an der Spitze einer solchen Institution, nur begrüßen.
Er hat sie, eine Fusions-Perspektive, auch in seinen Publikationen dargelegt, zuletzt in einem Band über die Traditionen der Hawaii-Gitarre, über Heavy Metal oder über Jazzrock („Birds of Fire. Jazz, Rock, Funk, and the Creation of Fusion“, 2011).
Von seiner Webseite lassen sich mehrere seiner Essays kostenlos herunterladen, darunter jüngst eine Arbeit über Steely Dan oder auch über Tony Williams Lifetime (2010)

erstellt: 12.10.22
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