Spenden für den genius loci von Peter Kowald (1944-2002)

ORT EingangCKarl HeinzKrauskopf„ort“, das ist das Haus in der Luisenstraße 116 in 42103 Wuppertal, Namensgeber des berühmten Luisenviertels (das es lange nicht mehr gäbe, hätte sich nach 1933 das Tausendjährige Reich behauptet, speziell mit seinen Autobahnplänen).
Gemeint ist das Hochparterre. Dort wohnte lange Peter Kowald (1944-2002), einer der Gründerväter des deutschen FreeJazz, der mit Abstand kommunikativste derer unter der international schimmernden Klangmarke sounds like whoopataal.
Der Kosmopolit, geboren in Thüringen, gestorben in New York City, hielt sich in der Wohnung 1995 ein ganzes Jahr auf, er blieb „365 Tage am Ort“, zu Zwecken einer inzwischen legendären Kunstaktion, für die er Künstler verschiedener Gattungen zu sich lud.
Seit seinem Tod feiert dort die Peter Kowald Gesellschaft/ort e.V. den genius loci, der sich mehr in der Freundlichkeit der dienstbaren Geister zeigt als in Erörterungen, inwieweit die jeweils auftretenden KünstlerInnen Schnittmengen mit dem Hausherrn verraten.
Schwerpunkt ist die Improvisation, soviel ist mal klar, aber es wird auch nach Noten gespielt, vulgo: Klassik. Und gelegentlich verehrt der nicht nur in Wuppertal, sondern wirklich weltberühmte Bildende Künstler Tony Cragg dem ort Werke, die sie an die Wand heften können.
2020 wollten seine Freunde das Wirken des früheren Hausherrn direkt befragen:
"25 Jahre nach Kowalds 365 Tagen am Ort – Wo sind wir heute? Wo wollen wir hin?“
Corona machte einen Strich durch die Planung.
Jetzt steht, neuer Anlauf mit anderem Schwerpunkt, sein 80. Geburtstag an - und jetzt stellt die Kassenlage die neue Feier in Frage.
Sechzehn mal ist der „ort“ in den letzten 12 Jahren ausgezeichnet worden, mit dem Spielstättenpreis NRW sowie dem bundesweiten Pendant Applaus.
2023 war deshalb Lobespause, „alle Fördertöpfe erleben einen Ansturm von Anträgen“ - was 2024 auf die Kasse durchschlägt. Das Kowald-Geburtstagsfestival am 19./20. April steht in Frage. Also besannen sich die Ortler einer guten alten deutschen Kulturtechnik: der Spende, die - zumal es sich hier um einen e.V. handelt - auch steuerlich günstige Spuren hinterlässt.
6.500 Euro sind angepeilt, 1.630 Euro sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon erreicht. Looks like Whoopataal!
Spendenlink
erstellt: 20.02.24
©Michael Rüsenberg, 2024. Alle Rechte vorbehalten, Foto: Karl Heinz Krauskopf