Lange nichts mehr gehört von Al Di Meola.
Jetzt schafft er es auf den prominentesten Platz, den die Publizistik in Köln zu bieten hat: auf die Titelseite des Express.
Dort hält man ihn glatt für den „weltbesten Jazz-Gitarristen“.
Vermutlich folgt das Blatt damit einer Einschätzung von Alice Schwarzer.
paschaDieser war siedendheiss aufgefallen, dass Di Meola am 3. Mai im Pascha Nightclub Köln auftreten wird - einem jeden in der Domstadt, der dazu die Adresse „Hornstraße 2“ liest, vertraut als der Nachtclub vom größten Bordell der Stadt.
Was den Argusaugen der „Emma“-Chefin entgangen ist: das Konzert von Al Di Meola wird als Nr. 9 der Reihe „Jazz goes Pascha“ beworben, ganz offenkundig sind ihr Mike Stern und Randy Brecker durch die Lappen gegangen.
Mittels Emma nun wandte sich Schwarzer an das Managment des Gitarristen mit der Warnung, „dass der Auftritt im Bordell stattfinde und Al Di Meola vor Freiern spielen würde“ (Express).
Wiederum laut Express gab sich der Gitarrero einsichtig: „Wir sind total schockiert. Wir werden auf keinen Fall dort spielen“. Man habe geglaubt, das „Pascha“ sei ein Jazzclub.
Das „Pascha“-Management ließ verlauten, des Gitarristen Entscheidung „natürlich zu respektieren“, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass in diesem Club „schon zig Künstler vor ganz normalem Publikum aufgetreten sind“.
Die Jazzpolizei überrascht, dass keinem die schöne Denkfigur einfiel, der Jazz kehre doch nur dorthin zurück, wo er hergekommen ist, zumindest institutionell.

erstellt: 13.03.17
©Michael Rüsenberg, 2017. Alle Rechte vorbehalten