Es geht hoch her zwischen den befreundeten Nachbarstaaten dieser Tage.
Roger Köppel (CH) ist zu Gast bei „Maischberger“ und gibt dort den „anti-anti-Trump“.
Derweil dringt sein Land auch unterhalb der Radarerfassung vor:
„Schweiz schickte Spitzel auch in die NRW-Finanzverwaltung“ (FAZ, 04.05.17).
Und die Deutschen?

Schicken den Donald Plump ihrer Jazzpublizistik in die Hauptstadt, nach Bern, ins Feuilleton vom „Bund“.
Plump gibt sich pro-Trump:

„Schlechte Politik bringt gute Kunst hervor. Ich hoffe, dass die Regierung Trump dazu führt, dass sich die Jazzer wieder mehr hinterfragen und über kurz oder lang mehr Statements liefern, in denen es um Inhalte geht und nicht nur um Akkordfolgen.“

Und das Feuilleton lauscht andächtig.
Einem Mann, der seine Qualifikation für die Rolle als „Jazz-Kenner und Dozent“ in folgendem Satz über Wayne Shorter bezeugt:
„Ich habe von ihm seit Jahrzehnten kein ­gutes Konzert mehr gesehen.“
Ältere Eidgenossen raunen hinter vorgehaltener Hand: der ist ja nicht satisfaktionsfähig.
Mit anderen Worten, sie hätten ihn gar nicht zum Duell zugelassen.

erstellt: 04.05.17
©Michael Rüsenberg, 2017. Alle Rechte vorbehalten