ERIC THIELEMANS & JOZEF DUMOULIN  Daimon **

01. Mutus Liber (Thielemans, Dumoulin), 02. Casia, 03. Fall Seven Times, Stand Up Eight, 04. Underpaint, 05. Obsidian Tiger, 06. The Largest Field

Eric Thielemans - dr, perc, Jozef Dumoulin - p, keyb, electronics

rec. 01. + 02.04.2024


Yolk Records J2106

Jüngst hat sich Jozef Dumoulin mit Lucia Cadotsch zusammengetan.
Ein Album ist angekündigt der in Berlin lebenden Schweizer Sängerin, Spezialistin u.a. für jazz-poppige Standards-Bearbeitungen, mit dem aus Westflandern stammenden, inzwischen in Paris lebenden Tastenmann, der 2013, ganze 48 Jahre nach der Erfindung durch Harold Rhodes, das Fender Rhodes Electric Piano gegen jede Gebrauchsanleitung klanglich umgerüstet hat.
Seit langem schon ist er von diesem elektro-akustischen Instrument zu den damit häufig verwechselten elektronischen, namentlich den Synthesizern, vulgo: Keyboards, konvertiert.  
Es ist die quasi logische Extension eines einzigartigen Klangfabrikateurs, dem man auch das gebräuchliche Jazzpiano zutrauen kann, bei ihm aber vor allem den unverbrauchten, sowieso von Schönklang bereinigten, schwefelig-bizarren Sound sucht - und findet!

Dafür allerdings braucht´s, das zeigt ein Längsschnitt über mehr als ein Dutzend Jahre, starke Partner. Das kann der inzwischen auch geografisch benachbarte Benoit Delbecq sein, und zwar mehrfach 2023 sowie 2015 oder auch Ellery Eskelin und Dan Weiss (s.o.)
Mitunter aber bleibt das mit Kabeln überladene Fender Rhodes, wie 2024 auf der cologne jazzweek
 ein uneingelöstes Versprechen.
Und wir haben in diesem Ordner der Erinnerungen insbesondere einen Abend im Kölner Loft abgelegt, ein Abend der Einfalt mit seinem trommelnden Landsmann Eric Thielemans.
Der stand, als der Herrgott einst die Trommelstöcke verteilte, gewiss nicht in der ersten Reihe.
Und nun verbringt man ein geschlagenes Album in der Hoffnung, dass schließlich doch noch aus der lähmenden Unterkomplexität bitte, bitte irgendetwas erwachsen möge. Immerhin ist doch der Dumoulin mit von der Partie.
Die Hoffnung bleibt unerfüllt. 
Die beiden schieben sich fast fünfzig Minuten Banalitäten zu, im Klang, in der Struktur. Selbst da, wo Dumoulin freejazz-mäßig Cluster anschlägt, in „Fall Seven Times, Stand Up Eight“ geht Thielemans nicht mit, bleibt bei seinem happy go lucky-Begleiten.
Ja, in „underpaint“ lässt ein halbwegs interessanter Geräusch-drone aufhorchen, aber es ereignet sich auch hier keinerlei Dynamik, geschweige denn Kontrast in der Struktur.
Eines der langweiligsten Alben seit langem.

erstellt: 29.10.26
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