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Sonny Rollins, 1930-2026

1280px Sonny RollinsDie Koinzidenz seines Todestages 24 Stunden vor dem 100. Geburtstag von Miles Davis springt ins Auge. Und der Vergleich - ob man will oder nicht - gleich hinterher.
Dicht gefolgt von der Frage, ob mit seinem Tod zugleich auch der letzte der historischen Giganten des Jazz gegangen sei.
Die Washington Post hält diese Frage schon für beantwortet.
„Sonny Rollins, the ´saxophone colossus´ who was widely considered America’s greatest living jazz musician and whose musical eloquence and inventiveness kept him at the creative forefront of jazz for six decades“.
Zu jedem anderen Zeitpunkt wäre diese Übertreibung weniger aufgefallen, aber gerade in diesem spezifischen Zeitfenster, wo die Musik genannt Jazz endlich mal wieder unter Flutlicht aller Medien steht, fällt sie besonders auf.
Wo doch der Titel international gerade heute wieder bestätigt wird und allenfalls ein Louis Armstrong noch in einem Atemzug mit dem Jubilar genannt wird.
Man muss der Washington Post zugute halten, dass sie in der Überschrift zu just diesem Nachruf eine gerechtere Beurteilung abgibt, demnach sei der Verstorbene „one of America’s most renowned jazz musicians“ gewesen.
Aber auch unter strikter Befolgung der interkulturell gültigen Empfehlung „De mortuis nil nisi bene“ darf doch der völlig unbestrittene historische Rang von Sonny Rollins ein wenig unterhalb der Marge „sechs Jahrzehnte an der kreativen Spitze“ angesetzt werden.
Es handelt sich nicht zuletzt um eine Überlegung, die sich dereinst auch im Falle Herbie Hancock, 86, stellen wird. Dessen neues Album lässt schon über eine Dekade auf sich warten, wobei der noch nicht formulierte Ehrentitel „keyboard colossus“ der Resonanz des „saxophone colossus“ mindestens ebenbürtig sein dürfte.
Miles & Sonny,
die beiden trafen erstmals in einem Studio im Juni 1954 zusammen, im legendären von Rudy van Gelder. „Newk“ (Spitzname für Rollins) brachte drei seiner Stücke mit, die zu großen Standards der Jazzgeschichte wurden: die beiden fast swinger „Oleo“ (ein rhythm changes-Stück) und „Airegin“ (Nigeria rückwärts gelesen) sowie das bluesige „Doxy“.
Mitglied im ersten Miles Davis Quintet wurde freilich nicht er, sondern John Coltrane, stilistisch & solistisch anders, und möglicherweise langfristig der noch größere „Saxophone Colossus“, um eines der epochemachenden Rollins-Alben zu zitieren, darauf ein anderer seiner Klassiker, „St. Thomas“, einer von mehreren Calypsos aus seiner Feder (seine Eltern stammten von den karibischen Jungferninseln).
Sonny Rollins war ein überragender Improvisator. Unter den vielen Hörempfehlungen in den Nachrufen findet sich ein zurecht mit Emphase vorgetragenes Plädoyer für ein 1965 enstandenes Video vom Kopenhagen Jazzfestival von „Oleo“ (mit Alan Dawson-dr, Nils Henning Ørsted-Petersen).
Seine Saxophon-Chorusse im Blues „Blue 7“ (aus „Saxophone Colossus“) gingen auf in der ersten musikwissenschaftlichen Analyse der Jazzgeschichte, 1958 vorgenommen durch Gunter Schuller (Komponist/Arrangeur und 1950 an „Birth of the Cool“ als Hornist beteiligt). Er spricht von „thematischen Improvisationen“ in Rollins´ Soli.
Dank digitaler Hilfsmittel sind die Analysten heute sehr viel weiter. Die Weimar Jazz Database hat ein Dutzend Rollins-Improvisationen durchleuchtet.
Sehr eindrucksvoll Klaus Frieler aus dem damaligen Forscherteam mit praktischen Hinweisen auf die Improvisationstypen in „Blue 7“.
Rollins wuchs auf im Sugarhill District in Harlem, sein Bruder wurde Arzt, er fühlte sich zur Musik hingezogen; ein Modell, vor allem in puncto Kleidung, war der Altsaxophonist Louis Jordan, musikalisch aber Coleman Hawkins. Rollins übte wie ein Besessener, wurde schon als Teenager Profi, stieß auf den Kreis um Charlie Parker und Miles - und geriet in Drogenabhängigkeit wie jene.
Für einen bewaffneten Banküberfall 1951, wohl in Folge von Beschaffungskriminalität, saß er 10 Monate im Gefängnis.
Zwischen 1956 und 1958 brachte er nicht weniger als 12 Alben auf den Markt, darunter „Tenor Madness“ (1956), im Titelstück ein Duo mit seinem Freund & Rivalen John Coltrane.
Auf dem Höhepunkt dieser Welle wurde es ihm zuviel, er zog sich zurück, es folgten die berühmten zwei Jahre allein mit seinem Tenor auf der Williamsburg Bridge. Das Resultat: „The Bridge“ (1962), mit einer Combo, darin Jim Hall.
1967 bis 1971 ein weiter Hiatus, in Japan und Indien, um sich in Buddhismus und Yoga zu versenken.
Vorher noch unternahm er eine Exkursion in ein populäres Fach, als Komponist und Bandleader für ein Jazzensemble in dem Film „Alfie“, 1966 (mit Michael Caine).
1981 dann, zunächst gegen seinen Willen, dann aber auf dringenden Rat seiner Frau, drei Soli auf dem Album „Tatto you“ der Rolling Stones.
960px Sonny Rollins 2009Lucille starb 2004. Im Zuge von 9/11, drei Jahre zuvor, gab das Paar seine New Yorker Wohnung auf (nur sechs Blocks nördlich vom World Trade Center) und zog nach Norden, aufs Land in Upstate New York.
In dem Durcheinander nach dem Anschlag, am zweiten Tag danach, beim Warten auf die Evakuierung aus dem Haus, griff er sich sein Tenor, spielte gegen die Verzweiflung an - und sog, so erzählte er später, „toxische Luft“ ein, möglicherweise die Ursache für eine Lungenfibrose, die im Sommer 2016 bei ihm diagnostiziert wurde.
Sein letztes Konzert gab er 2012, das Saxophon-Üben stellte er 2014 ein.
In die Weltabgeschiedenheit, in die er sich zuletzt auf seiner Farm in Germantown begeben hatte, sie wird in englischsprachigen Nachrufen als Rollins´Metaphysics ausgegeben:
„Diese Welt wird sich nicht ändern. Was sich ändern wird, bin ich. Du. Jeder Einzelne. Das ist es, was sich ändert. Darum geht es. Darum, selbst Weisheit zu erlangen. Deshalb sage ich, dass es besser ist, nicht auf alles zu hören. Das ist keine Askese. Es geht nicht darum, sich von allem zurückzuziehen. Es geht darum, sich auf alles einzulassen.“
Was von ihm bleibt, sind eine Handvoll Standards, etliche Alben - darauf dieser Ton, dieser runde, kräftige Ton, deutlich zu unterscheiden von dem vielleicht noch einflussreicheren von John Coltrane.
 Dieser Ton lebt weiter, er wird fortgesponnen von Joshua Redman, Melissa Aldana u.a.
Walter Theodore "Sonny" Rollins, geboren am 7. September 1930 in New York City,verstarb am 25. Mai 2026 in Woodstock/NY. Er wurde 95 Jahre alt.
Fotos: Yves Moch, Bengt Nyman (Wikipedia)
erstellt: 26.05.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Gunter Hampel, 1937-2026

GunterHampel TDS6895 st01 webEr war neben Rolf Kühn (1929-2022) und Karl Berger (1935-2023) ein grosser Transatlantiker des deutschen Jazz.
Jahrzehnte hat er in New York gelebt und hatte noch sehr lange, parallel zu Göttingen, eine „Butze“ dort.
Unfassbar das Spektrum derer, die er getroffen, mit denen er dort, aber auch in Europa gespielt hat:
Thelonious Monk, Benny Goodman, Lionel Hampton, Jimi Hendrix, Anthony Braxton, Archie Shepp, John McLaughlin, Hans Werner Henze, Daniel Barenboim...
Er dürfte der adaptionsfähigste deutsche Jazzmusiker gewesen sein. Auch in hohem Alter trat er dort auf, wo Kollegen abgesagt hätten. Dünkel waren ihm fremd. Attribute wie "Freigeist" (FAZ) oder "ewiger Hipster" (SZ) treffen zu. Nur schaute das outfit dieses Hipsters, der in den frühen 60ern auf Modenschauen des Herrenausstatters Selbach in Düsseldorf spielte (und derart gekleidet Monk zum Kauf piekfeiner Anzüge verleitete) anders aus als desjenigen, der Jahrzehnte später mit der Jazzkantine der Bühne stand.
Mehr noch als Peter Kowald (1944-2002) war er in die afro-amerikanische Community integriert; aus der Ehe mit der afro-amerikanischen Sängerin Jeanne Lee (1939-2000) gingen zwei Kinder hervor, Ruomi und Cavana. Er ist mit ihnen bis kurz vor seinem Tod aufgetreten.
Begonnen hat er mit dem Akkordeon, dem Instrument von Vater und Großvater (aus Schlesien). "Mir ist der Jazz direkt vor die Haustür gebracht worden" - durch einen GI, der seine Gitarre vom Transporter holte, als der Junge mit dem Akkordeon vor ihm stand.
Lionel Hampton ließ ihn, wie es so seine Art war bei Konzerten, an sein Vibraphon; der Teenager kannte dessen Stücke so gut, dass die Big Band mit ihm weiterspielen konnte.
Es wurde sein Hauptinstrument,  neben der Baßklarinette, er spielte aber auch Flöte, dazu alle Saxophon-Arten. Er war ein Improvisator par excellence, aber auch Wegbereiter des europäischen FreeJazz, z.B. mit seinem Album "Heart Plants" (1964) - ohne an der „Kaputtspielphase“ Ende der 60er Jahre beteiligt gewesen zu sein.
Das amerikanische Magazin down beat will schon damals in ihm einen „Romantiker“ erkannt haben - was er nicht zurückweist.
Für bedeutsamer hielt er das erste von zahllosen Alben auf seinem eigenen Birth Records Label: "8th of July 1969", mit Braxton, Breuker und Jeanne Lee.
Der Improvisator Hampel: ja, aber der Komponist von - nach eigenen Angaben - 3.000 Stücken überzeugte die Musikwissenschaft (Dietrich J. Noll, Ekkehard Jost) weniger: "ein direkter Zusammenhang zwischen Thema und Improvisation läßt sich selten konkret angeben."
Nicht zuletzt war er ein großer Geschichtenerzähler (Speak like a Child), ein Freund origineller Vergleiche:
"Borussia Dortmund ist die perfekte Inkarnation einer wirklichen Jazzband."
Gunter Hampel, geboren am 31. August 1937 in Göttingen ist am 18. Mai 2026 in Berlin verstorben. Er wurde 88 Jahre alt.

RIP von Hans Martin Müller (Loft Köln)

erstellt: 21.05.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Keith Jarrett bei der (ungeliebten) Arbeit...

Oslo, 9. November 1971
Miles Davis - tp,  Keith Jarrett - ep,org, Gary Bartz - ss, as, Michael Henderson - bg,
Leon "Ndugu" Chancler - dr, Charles Don Alias​, James "Mtume" Forman - perc

Michael Müller, 1967-2026

Michael MullerEr wird in keinem Jazzlexikon stehen.
Jazz war nicht sein Beruf, von daher gehört er eigentlich nicht hierher.
Aber, er hat Jazzmusikern seine Stimme gegeben - sein Overvoice, wie man die deutsch-sprachige Stimme nennt, die „über“ das fremdsprachige Original gemischt wird.
Und seine Stimme mischte sich gut über jedweden O-Ton.
Er sprach mit Präzision, Artikulation und Passion, wie ich sie in fünf Jahrzehnten in Radiostudios kein zweites Mal erlebt habe.
Dieter Schiffer, Leiter des WDR-Stimmwerks, trifft dieses sehr spezifische Exzellenzcluster in einem eindrücklichen Nachruf:
„Sind die Texte oder Inhalte auch noch so komplex: Michael hat sie durchdrungen, bevor er ans Mikro geht. Dieses hörbare Sprechdenken schätzen die Redaktionen ebenso an ihm wie sein gewissenhaftes Gegenlesen.“
„Hörbares Sprechdenken“, was für ein Wortbild!
Die Erinnerung kommt hoch an einen Moment, wo beides, Sprechen & Denken, simultan liefen. Im letzen Moment mussten noch ein paar Zeilen gesprochen werden, ein Buchzitat, ein kurzer Text mit Relativsätzen, kein Sprecher gebucht. Anruf beim Stimmwerk: Michael Müller hat Zeit!
Er kommt ins Studio, ergreift das Blatt - und liest den Text prima vista!
Wahnsinn! Kein zweiter take notwendig. Im Regieraum schnellen mehrere Daumenpaare hoch.
Paul Rieger, seinerzeit Tontechniker, dem ich ewig dankbar bin für die Übermittlung der Todesnachricht, ich darf ihn zitieren aus einer eMail:
„Wie Michael sich in die Musiker hineinfühlte, damit seine Overvoices den richtigen Dreh bekamen. Und natürlich euer gegenseitiges Verständnis für die Materie Jazz und Musiker mit ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Hybris und auch ihren Zweifeln.
Oder war das nur, weil ihr den gleichen Vornamen habt? ;-)“
Michael Müller ist am 25. April 2026 verstorben. Er wurde nur 58 Jahre alt.

erstellt: 08.05.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Anerkennung - in harter Münze

Die Anerkennung für ihre Musik mag zwar in Europa deutlich größer sein als in ihrer Heimat, wie amerikanische JazzmusikerInnen häufig betonen.
Wenn’s aber um das Äquivalent in harten Penunzen geht, sprich in Form von Künstlerpreisen, wirkt selbst der dänische Jazzpar (1990-2004), heutiger Wert gut 26.000 Euro, wie Portokasse.
Im Rahmen der Doris Duke Awards entspräche der Betrag bestenfalls jenen 25.000 US-Dollar, die darin als Zuschuss zur Altersvorsorge ausgewiesen sind.
In der Hauptsache ausgeschüttet werden seit 2012 inzwischen 575.000 US-Dollar, an zuletzt jeweils sechs KünstlerInnen aus Jazz, Theater und zeitgenössischem Tanz.
Neben der Preissumme gewährt die Stiftung den Preisträgern auch „Unterstützung bei der beruflichen Weiterentwicklung, Dienstleistungen im Bereich Finanzplanung und -management sowie verbesserte Möglichkeiten zum Networking und für Auftritte“.
Die Auszeichneten des Jahres 2026 sind:
Val Jeanty, D-jane, sie stammt aus Haiti, unterrichtet in Berklee, und soll „Afro-Electronica“ vorangetrieben haben.
Makaya McCraven, Schlagzeuger aus Chicago, laut Stiftung „eine führende Stimme des Jazz“, dessen Bearbeitungen von Live-Improvisationen die Grenzen des Genres verschoben haben sollen (was die Jazzpolizei beim besten Willen nicht hören kann).
Schließlich Tomeka Reid, die sicher überzeugendste Wahl, sie hat in der Tat „die Rolle des Cellos im Jazz neu definiert“.
Reid ist überdies Darling der Juroren: 2022 kam sie in den Genuß der mit 800.000 US-Dollar noch mal wesentlich höher dotierten Mac Arthur Fellowship.
Damit steht sie nicht allein; der Violinistin Regina Carter gelang gleichfalls ein Double (Mac Arthur 2006, Doris Duke 2018).
Übertroffen nur noch von Steve Coleman (Doris Duke 2014, 2015, Mac Arthur 2014, damals noch 625.000 Dollar).
Ja, man darf ins Grübeln kommen, hüben wie drüben, der Deutsche Jazzpreis verursacht keineswegs exklusiv Stirnrunzeln.
Die von der Jazzgeschichte (Achtung, Achtung) wohl am ehesten legitimierte Selektion dürften die Doris Duke Awards des Startjahrganges 2012 gewesen sein: Don Byron, Bill Frisell, Fred Hersch, Vijay Iyer (auch Mac Arthur 2013, Nicole Mitchell.
Einen Donald Byrd, den das Jahr 2019, quasi post mortem, ausweist, erweist sich als Fehlaufreger: es handelt sich um einen Choreografen gleichen Namens wie der des vor der Jazzgeschichte gerechtfertigten Trompeters.

Doris Duke Awards 2026

 Doris Duke Awards 2026: Val Jeanty (3.vl.), Tomeika Reid (2.v.r.)

erstellt: 08.05.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Wolfgang Dauner. Jazz et cetera

Vielleicht macht sich auch Winfried Kretschmann, der anlässlich seines Todes persönliche Worte über ihn fand, demnächst auf in die Württembergische Landesbibliothek:
Dauner Foto vor Synthesizer kleinDort ist bis zum 13. Juni 2026 ein großer Teil des Nachlasses von „Stuttgarts great son“ (wie die Witwe ihn schon zu Lebenszeiten ausgerufen hat) zu sehen.
Der Nachlassgutachter, so Randi Bubat gegenüber dem SWR, habe zur Erfassung 150 Stunden in ihrem Haus verbracht. Die Bibliothek hat den Nachlass schließlich 2024 erworben.
Wolfgang Dauner ist vor sechs Jahren im Alter von 84 Jahren verstorben, die Ausstellung „Wolfgang Dauner. Jazz et cetera“ wurde eröffnet gut zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag.
Der Titel ist einem seiner Ensembles entlehnt, er ist aber auch insofern zutreffend, als Jazz in mehreren Formen zwar zwar den Schwerpunkt seiner langen Karriere ausmachte, er dorthin aber über den Schlager kam und später auch als Musikvermittler und Filmmusikkomponist tätig war.
„Der Nachlass spiegelt ein Leben im Zeichen des Experiments und der Provokation. In sechs Abschnitten gibt die Ausstellung (…) Einblicke und spannende Hörproben aus der Welt des Musikers“, verspricht die Landesbibliothek.
Man kann die Musik eines der Gründerväter des Jazz in Deutschland hören & lesen, seine Instrumente sehen, darunter ein früher Synthesizer, den er aus England nach Deutschland gewuchtet hat, aber auch ein selbstgefertigtes Trompetenmundstück.
Dauner hat es während einer Mechanikerlehre gefräst. Stars wie Marika Rökk oder Zarah Leander hat der spätere Experimentator auf der Trompete begleitet, zum Jazzpiano fand er erst später.
Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein Begleitprogramm.

erstellt: 13.03.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Deutscher Jazzpreis 2026

KÜNSTLER:INNEN
*
Vokal: Christina Wheeler

Holzblasinstrumente: Peter Ehwald

Blechblasinstrumente: Lina Allemano

Piano/Tasteninstrumente: Olga Reznichenko

Saiteninstrumente: Robert Lucaciu

Schlagzeug/Perkussion: Lukas Akintaya (Adeolu)

Künstler:in des Jahres: Rebekka Salomea

Großes Ensemble des Jahres: Luise Volkmann & Été Large

Künstler:in des Jahres international: Sullivan Fortner

Großes Ensemble des Jahres international: Webber/Morris Big Band


AUFNAHME/PRODUKTION

Album des Jahres: Bring a Friend – Phil Donkin

Debüt-Album des Jahres: MYT – Moses Yoofee Trio

Rundfunkproduktion des Jahres: The Stories We Tell – Luise Volkmann & Été Large

Album des Jahres international: My Life Matters – Johnathan Blake

Debüt-Album des Jahres international: Invisible Worker – yonglee & the DOLTANG


LIVE

Festival des Jahres: 62. jazzwerkstatt Peitz

Live Act des Jahres: Fuasi Abdul-Khaliq
Live Act des Jahres international: Kris Davis Trio


KOMPOSITION/ARRANGEMENT

Komposition/Arrangement des Jahres: Das Summen meiner Teile – Max Andrzejewski


SONDERPREISE

Journalistische Leistung: „Being Hipp – First Lady of European Jazz” – Anna Schmidt

Lebenswerk: Aki Takase

Musikvermittlung und Teilhabe: Groove Inclusion

>>>Kommentar

*in der Schreibweise der Veranstalter
Quelle: Initiative Musik


Geldregen in Amerika

Miles Davis dürfe der berühmteste unter den vielen sein, die der größeren Anerkennung (und Gagen) wegen Europa ihrer Heimat vorziehen, das Ursprungsland des riesigen Feldes, das mit der begrifflichen Klammer „Jazz“ immer notdürftiger zusammengehalten wird.
Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass das Niveau der materiellen Auszeichnungen in den USA das derjenigen in Europa bei weitem überragt.
Topping the Bill die MacArthur Fellowship, inzwischen 800.000 $ je Ausgezeichnetem/r, ausgezahlt über einen Zeitraum von fünf Jahren, darunter sporadisch VertretInnen des Jazz, zuletzt der Pianist Craig Taborn (2025), davor Ikue Mori und Tomeka Reid (2022).
Auch die staatlichen NEA Jazz Masters, seit 1982 mit bis zu sieben KünstlerInnen jährlich ausgewählt (in 2026: Carmen Lundy, Airto Moreira, Patrice Rushen, Rhonda Hamilton (Jazzmoderatorin bei KKJZ-FM in Los Angeles)), sind mit 25.000 § höher ausgestattet als jedes deutsche Pendant.
JLF HomepageGraphicRecht neu, weil erst zum zweiten Male ernannt, sind die Jazz Legacies Fellows, auserkoren durch eine 10köpfige Jury (u.a. James Carter, Kris Davis, Stefon Harris, Willie Jones III, Rudresh Mahanthappa).
Die Organisation liegt in den Händen der Jazz Foundation Of America, die Finanzierung erfolgt durch die Mellon Foundation.
Sie verwaltet das Vermögen von Andrew W. Mellon (1855-1937), Banker, Multimillionär, Philanthrop, Politiker, unter drei US-Präsidenten auch Finanzminister.
Mellon war Anhänger Anhänger der Trickledown-Theorie (die Reichen so reich wie möglich werden lassen, dann sickert ihr Vermögen schon nach unten), eines ur-konservativen US-Theorems.
Ob und was Mellon mit Jazz am Hut hatte, ist nicht bekannt. Es ist auch unbedeutend.
Die Stiftung ging 1969 aus zwei anderen hervor, die seine beiden Kinder begründet hatten.
Die Mellon Foundation unterstützt beispielsweise die digitale Bibliothek JSTOR, die wiederum wissenschaftlichen Jazz-Publikationen hilft.
Voraussetzung für eine Auszeichnung als Jazz Legacies Fellow ist ein Mindestalter von 62 Jahren, mit anderen Worten: es handelt sich quasi um eine Auszeichnung für Lebensleistungen.
The 2026 Jazz Legacies Fellows sind:
● Dee Alexander, 70, Vocals (Chicago, IL)
Community cornerstone and defining voice of Chicago jazz, from classic to the avantgarde
● Kenny Barron, 82, Piano (Brooklyn, NY)
Paragon of keyboard elegance who framed solos of past legends and nurtured voices of future stars
● Gary Bartz, 85, Saxophone (Oakland, CA)
Era-spanning saxophone guru and innovator of socially conscious musical concepts
● William Cepeda, 65, Trombone (Loiza, PR)
World-renowned pioneer of “Afro-Rican jazz” fusing folkloric roots and global influences
● Marilyn Crispell, 78, Piano (Woodstock, NY)
Avant-garde powerhouse who combines elemental force with tender lyricism
● Donald Harrison, 65, Saxophone (New Orleans, LA)
Big Chief and culture bearer of New Orleans jazz, and architect of "Nouveau Swing”
● Oliver Lake, 83, Alto Saxophone and Flute (Montclair, NJ)
Black Artists Group and World Saxophone Quartet co-founder, and interdisciplinary trailblazer
● Bennie Maupin, 84, Multi-Reeds (Los Angeles, CA)
Multi-reed marvel who catalyzed cutting-edge jazz hybrids in iconic bands of his day
● Charles McPherson, 85, Saxophone (San Diego, CA)
Bebop torchbearer with a direct connection to the bedrock of modern jazz
● Archie Shepp, 88, Saxophone (Amherst, MA)
“Fire Music” forebear and academic pioneer who fearlessly chronicled the Black
experience
● Mary Stallings, 86, Vocals (San Francisco, CA)
Preeminent jazz storyteller who recaptured her early glory and then surpassed it
● Buster Williams, 83, Bass (Camden, NJ)
Universally lauded giant of his instrument and lifelong spiritual seeker

„Jeder Stipendiat erhält eine uneingeschränkte Förderung in Höhe von 100.000 US-Dollar sowie Zugang zu maßgeschneiderten beruflichen und persönlichen Ressourcen, darunter Auftrittsmöglichkeiten und Meisterkurse, Produktionsunterstützung sowie bei Bedarf rechtliche und finanzielle Beratung.“

erstellt: 24.02.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Mike Westbrook, 1936-2026

Geboren ist er in Buckinghamshire, nach 1962 hat er Jahrzehntelang in London gelebt, im Grunde aber war er ein West Country Man (Jazzwise).
Er liebte die Landschaft, die Moore von Devon, in Torquay (wo die Palmen wachsen) hat er seine Kindheit verbracht. Seinen letzten Atemzug tat er im Royal Devon und Exeter Hospital.
Westbrook dr hc plymouthDie meisten Nachrufer sind sich hinsichtlich seine Englishness einig, lediglich der "Penguin Guide to Jazz on CD" (6. Auflage, 2002) meinte darin einen Standortnachteil zu erkennen:
„Man ist fast geneigt zu behaupten, dass Mike Westbrooks Karriere, wäre er Amerikaner oder Deutscher statt Engländer, mit Lob gekrönt worden wäre, das er so offensichtlich verdient. Die Vernachlässigung eines seiner bedeutendsten Komponisten durch Großbritannien kommt einer nationalen Schande gleich.“
Das war schon damals schwer nachvollziehbar, wurde Westbrook doch schon 1988 (ungeachtet seiner Resonanz in der Jazzwelt) zum OBE (Officer of the Order of the British Empire) ernannt; 2004 folgte der Ehrendoktor der Musik der Universität Plymouth.
Dort kam er her. Am Plymouth Arts College hatte er als Kunststudent 1958 seine erste Band, darin ein 15jähriger Saxofonist namens John Surman.
In London studierte er zunächst weiter Kunst, schlug sich als Kunstlehrer durch, bis er dann in der Hauptsache, als Jazzpianist und vor allem -komponist, eine einzigartige Karriere entwickeln konnte.
Die vielen Konzepte, häufig mit Bezügen zu Theater und Literatur, in breiter Stilistik, aber immer diesseits des FreeJazz, sie sind in einem kurzen Nachruf kaum zu erfassen.
Richard Williams spricht in einen Nachruf im Guardian zutreffend von „seiner Gabe, Elemente des Jazz aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen miteinander zu verbinden, sie durch seine eigene Sensibilität zu filtern und so etwas zutiefst Bewegendes, entschieden Zeitgenössisches und höchst Originelles zu schaffen.“
Viele Größen des britischen Jazz gingen durch die Bands und Orchester des freundlichen, höflichen, niemals exaltierten Leaders.
Am dauerhaftesten blieb die Malerin, Librettistin und Blechbläserin Kate Westbrook, 86, seit 1976 war er mit ihr verheiratet.
Er hat die Beatles, Rossini und viele andere interpretiert, am nachdrücklichsten aber Duke Ellington, „sein erster und ewiger Held“ (Richard Williams).

Anlässlich seines 90. Geburtstages kam eine bis dato unveröffentlichte Solo-Aufnahme von 2006 heraus „The Piano In The Room And The Blues“.

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Mike (Michael John David) Westbrook, geboren am 21. März 1936 in High Wycombe, verstarb am 11. April 2026 in Exeter. Er wurde 90 Jahre alt.

 

Gil Evans, Mike Westbrook,
29.04.83 Central Park NYC

Foto: Kate Westbrook

 

 

 

erstellt: 13.04.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

 

 

 

 

Michel Portal, 1935-2026

960px Portal Michel domicil dortmundHätte der Vatikan je einen Abgesandten für die Jazzbühne bestimmt - die Wahl hätte auf ihn fallen müssen. Jedenfalls vom Habitus her.
Etwas Strenges, Unnahbares schien ihm zu eigen zu sein; ein Mann wie vom Ratzinger abgeordnet. Einer, der zum Lachen in den Keller geht.
Alles Quatsch, alles subjektivistische Verknüpfungen, um die ersten Assoziationen zu einem großen Künstler zu ordnen.
Im booklet von „Minneapolis“, dem Album, das wir als allererstes zur Hand nehmen, guckt er tatsächlich so streng. Er hält ein Mingus-Songbook umklammert.
Auf dem Foto eine Seite zuvor lacht er lauthals - zwischen Sonny Thompson und Michael Bland, der Rhytmusgruppe von Prince.
2000 in Minneapolis.
Da war der Mann aus dem Baskenland, der von sich sagt - „Ich komme nicht aus der Schule der Jazz-Standards. Wir haben hier eigentlich nie wirklich Jazz gelernt. Der kam zu uns herüber, von jenseits des Atlantik. Ich konnte mir bestenfalls vorstellen, was Bebop ist“ - auch geographisch am weitesten in jene terra incognita vorgedrungen. In diesem Falle in das Dickicht der abgedrehten Funk-Grooves.
„Portal, der Absolute“, soll ihn Le Monde einst getauft haben. Damit kann keine auch noch so kleine Abart des Dogmatismus gemeint gewesen sein.
Wie auch bei einem Musiker, der Berio, Boulez und Stockhausen aufgeführt hat, auf Kagels „Exotika“ das Bandoneon spielt, Edith Piaf begleitet, zahlreiche Filmmusiken komponiert und überhaupt die Emanzipation des europäischen Jazz, auch im Verein mit Albert Mangelsdorff, John Surman und vor allem Joachim Kühn betrieben hat.
Portal war mitunter Gast in dessen legendärem Trio mit Daniel Humair und J.F. Jenny-Clark.
Und 2017 gastieren beide erneut beiEmile Parisien, der das Portal´sche Sopransaxophon noch eine gute Umdrehung weitergetrieben hat.
In erster Linie aber war er Klarinettist. Er hat das Instrument am Pariser Konservatorium erlernt; seine Discographie schlägt einen eindrucksvollen Bogen von „Klassik“-Einspielungen (darunter Mozart, Brahms, Schumann, Poulenc, Berg) bis zur Neuen Musik (s.o.).
Dass er auch im Jazz reüssiert, auf Sopran- und Altsaxophon, später auch Bandoneon, vor allem aber: Baßklarinette, zeigt seine eminente Sonderstellung. Auf diesem Instrument dürfte sein Einfluß am nachhaltigsten sein, was sich in Frankreich in jüngeren Kollegen wie Louis Sclavis und Thomas Savy manifestiert.
Sein letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Album ist im Juni 2020 in Amiens entstanden, „MP85“, anlässlich seines 85. Geburtstages.
Nils Wogram nimmt daran teil und hat ihm mit „Split the Difference“ ein rasendes Thema a la Root 70 geschrieben. Im gleichen Jahr schickt er mit „Michel´s Secret“ auf seinem Kammermusik-Album „Muse“ eine Widmung hinterher.

Michel Portal, geboren am 27. November 1935 in Bayonne, verstarb am 12. Februar 2026 in Paris. Er wurde 90 Jahre alt.

Foto: HPSchäfer/Wikipedia
erstellt: 15.02.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Manfred Schoof @ 90

Es wird wohl so sein, dass die Künstliche Intelligenz inzwischen solche Sprünge gemacht hat, dass selbst ein ursprünglicher Großskeptiker wie der Bonner Philosoph Markus Gabriel (der heute Geburtstag hat, er wird 46) - sehr grob gesprochen - seine These von deren mangelnder Intelligenz revidiert (in seinem neuen Buch „Ethische Intelligenz. Wie KI uns moralisch weiterbringen kann“, 2026).
Nun spricht Gabriel mit KI-Entwicklern und benutzt ebenso gewiß die avanciertesten KI-Tools, wohingegen wir in unserer kleinen Welt mit den Brot & Butter-, sprich: den kostenlosen Versionen vorlieb nehmen.
Und damit rasch an deren Grenzen kommen.
Vor wenigen Tagen noch hat uns Claude auf die Frage nach dem Umstieg von einem Mac-Modell auf ein anderes mit Vorschlägen überrascht, die einem guten Fachberatergespräch in nichts nachstehen - heute versagt es bei einer ganz simplen Frage:
„Welche deutschen Jazzmusiker sind älter als 90 Jahre?“
In sechs Schritten berücksichtigt Claude elegant unser generisches Maskulinum in einer gender-neutralen Antwort und bringt zunächst „mit Fokus auf noch Lebende“ hervor:

Ruth Hohmann (geb. 19. August 1931, Eisenach) - 94 Jahre alt" 
(dazu eine Kurzbiographie), sowie
Gunter Hampel (geb. 31. August 1937, Göttingen) - 88 Jahre alt“, ebenfalls plus Kurzbio.

Sodann folgen unter „Verstorbene deutsche Jazzmusiker, die über 90 Jahre alt wurden“:

Emil Mangelsdorff (11. April 1925 - 20. Januar 2022)…starb im Alter von 96 Jahren
Rolf Kühn (29. September 1929 - 18. August 2022)…starb im Alter von 92 Jahren

Wen Claude auslässt (und nicht „weiß“, u.a. weil so wenige nach fragen), ist Alexander von Schlippenbach.
Morgen feiert er seinen 88. Geburtstag - und wird zum zweiten Male von KI verarscht.
Vor drei Jahren hatten wir (aus Spaß, das Tool war neu) Chat GPT nach ihm gefragt - und erhielten eine Reihe falscher Antworten.

schoof manfred apr 19 portrait
Heute wird Manfred Schoof neunzig.
Mehrere Feuilletons kennen ihn („die Freiheit komponieren“, FR) - aber nicht Claude.
Es wird zu wenig nach ihm gefragt, das Programm erhält zu wenig prompts, es hat nicht genügend Trainingsmaterial (und warum es Schoof nicht mal bei Wikipedia findet, ist erst recht ein Rätsel).
Wie gesagt, Manfred Schoof, einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Jazzgeschichte, wird heute neunzig.
Wir haben ihm per sms gratuliert.
Er antwortete prompt.

Foto: Gerhard Richter
erstellt: 06.04.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

PS (7.4.26): dr pic richtet unsere Frage an Gemini - und bekommt bessere Resultate.

Diese KI erfasst nicht nur Schoof und Schlipppenbach („…wird im Jahr 2028 die 90 erreichen“), sondern auch Heinz Sauer (25. Dezember 1932).
Chapeau, der ist 93, der wohl ausdrucksstärkste Saxophonist des deutschen Jazz!

Terri Lyne Carrington, Spitzenprofessorin in Bayern

Die Engführung der Felder „Forschung“ und „Jazz“, eine asymmetrische Affäre und musikerseits in einer Art Kategorienvelwechsrung betrieben, sie bekommt einen kräftigen administrativen Beistand.
Der Freistaat Bayern betreibt seit 2021 ein Spitzenprofessurenprogramm zwecks „Forschungsförderung auf höchstem Niveau“. Dazu wurde beispielsweise ein Experte für biologische Bildgebungsverfahren berufen oder eine Fachfrau für den Bereich Luft- und Raumfahrttechnik.
Eine solche Berufung ist „bei einer Laufzeit von fünf Jahren neben der Personalstelle mit einem Betrag von bis zu fünf Millionen Euro dotiert“.
Auch die Künste fehlen dabei nicht. So wurde zum Beispiel - um nur in unserer kleinen Welt zu verweilen - auch Rabih Lahoud ausgezeichnet; am 1. Oktober 2025 eingeführt als artist in residence bei der Monheim Triennale.
Er lehrt nun als Professor community music an der Hochschule für Musik in Würzburg (und man fragt, ob das in irgendeiner Weise Eindruck auf die kommunalen EntscheiderInnen an Rhein-Kilometer 714 machen wird).
Terri Lyne Carrington c Michael Goldman 975x650Die aus Sicht der Jazzszene prominenteste Berufung ist vergangene Woche erfolgt: Terri Lyne Carrington, bis dato Leiterin des von ihr gegründeten Berklee Institute of Jazz and Gender Justice in Boston, kommt ans Jazzinstitut der Hochschule für Musik in München. Bis Ende 2028.
Das kann man als Relativierung lesen, ist doch an „Kunsthochschulen (…) das SPP als Gastprofessurenprogramm ausgestaltet“.
Gleichwohl, die Berufung einer derart prominenten US-Musikerin wird das Gefüge unter den 18 Ausbildungsorten für Jazz in Deutschland in Bewegung bringen, und die HMTM München gegenüber Köln und Berlin promovieren.

Foto: Michael Goldman
erstellt: 03.02.26

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