Geboren ist er in Buckinghamshire, nach 1962 hat er Jahrzehntelang in London gelebt, im Grunde aber war er ein West Country Man (Jazzwise).
Er liebte die Landschaft, die Moore von Devon, in Torquay (wo die Palmen wachsen) hat er seine Kindheit verbracht. Seinen letzten Atemzug tat er im Royal Devon und Exeter Hospital.
Die meisten Nachrufer sind sich hinsichtlich seine Englishness einig, lediglich der "Penguin Guide to Jazz on CD" (6. Auflage, 2002) meinte darin einen Standortnachteil zu erkennen:
„Man ist fast geneigt zu behaupten, dass Mike Westbrooks Karriere, wäre er Amerikaner oder Deutscher statt Engländer, mit Lob gekrönt worden wäre, das er so offensichtlich verdient. Die Vernachlässigung eines seiner bedeutendsten Komponisten durch Großbritannien kommt einer nationalen Schande gleich.“
Das war schon damals schwer nachvollziehbar, wurde Westbrook doch schon 1988 (ungeachtet seiner Resonanz in der Jazzwelt) zum OBE (Officer of the Order of the British Empire) ernannt; 2004 folgte der Ehrendoktor der Musik der Universität Plymouth.
Dort kam er her. Am Plymouth Arts College hatte er als Kunststudent 1958 seine erste Band, darin ein 15jähriger Saxofonist namens John Surman.
In London studierte er zunächst weiter Kunst, schlug sich als Kunstlehrer durch, bis er dann in der Hauptsache, als Jazzpianist und vor allem -komponist, eine einzigartige Karriere entwickeln konnte.
Die vielen Konzepte, häufig mit Bezügen zu Theater und Literatur, in breiter Stilistik, aber immer diesseits des FreeJazz, sie sind in einem kurzen Nachruf kaum zu erfassen.
Richard Williams spricht in einen Nachruf im Guardian zutreffend von „seiner Gabe, Elemente des Jazz aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen miteinander zu verbinden, sie durch seine eigene Sensibilität zu filtern und so etwas zutiefst Bewegendes, entschieden Zeitgenössisches und höchst Originelles zu schaffen.“
Viele Größen des britischen Jazz gingen durch die Bands und Orchester des freundlichen, höflichen, niemals exaltierten Leaders.
Am dauerhaftesten blieb die Malerin, Librettistin und Blechbläserin Kate Westbrook, 86, seit 1976 war er mit ihr verheiratet.
Er hat die Beatles, Rossini und viele andere interpretiert, am nachdrücklichsten aber Duke Ellington, „sein erster und ewiger Held“ (Richard Williams).
Anlässlich seines 90. Geburtstages kam eine bis dato unveröffentlichte Solo-Aufnahme von 2006 heraus „The Piano In The Room And The Blues“.

Mike (Michael John David) Westbrook, geboren am 21. März 1936 in High Wycombe, verstarb am 11. April 2026 in Exeter. Er wurde 90 Jahre alt.
Gil Evans, Mike Westbrook,
29.04.83 Central Park NYC
Foto: Kate Westbrook
erstellt: 13.04.26
©Michael Rüsenberg, 2026. Alle Rechte vorbehalten

Dort ist bis zum 13. Juni 2026 ein großer Teil des Nachlasses von „Stuttgarts great son“ (wie die Witwe ihn schon zu Lebenszeiten ausgerufen hat) zu sehen.
„Das 55. moers festival will seinem Publikum und allen beteiligten Künstler*innen fünf Tage klangliche Âventiure und Wirklichkeitsflucht ermöglichen — eine Wirklichkeitsflucht, die imstande ist, uns zu verzaubern und die Realität zu entzaubern“, verspricht Isfort.
Das Festival dient jeweils auch als der prominenteste Auftrittsort für einen Künstler, der dank eines Stipendiums das ganze Jahr über in Moers wirken kann: der/die in Geschlechterparität ausgewählte
Recht neu, weil erst zum zweiten Male ernannt, sind die
Hätte der Vatikan je einen Abgesandten für die Jazzbühne bestimmt - die Wahl hätte auf ihn fallen müssen. Jedenfalls vom Habitus her.
Die aus Sicht der Jazzszene prominenteste Berufung ist vergangene Woche erfolgt:
„Niemals zuvor hat ein einzelner Mensch solch wunderschöne Musik komponiert, einen Triumph menschlicher Kreativität, und sie einem weltweiten Publikum zugänglich gemacht. Er war einer der größten Menschen, nicht nur aufgrund seines künstlerischen Geistes, sondern auch aufgrund seines großzügigen und großmütigen Charakters.“
Das Menetekel, am 5. Juli 2025 ward es nicht projiziert auf die riesige Wand im Kinopalast „Emotion“ zu Monheim - darüber liefen Bilder & Töne des wohl größten opus von der kurzlebigen Monheim Triennale: „
Von Großzügigkeit geprägt schon der „Spatenstich“ in Monheim, an Rhein-km 714.
Es ist der Gründungspianist der Band,