KNEEBODY Reach *****
01. Repeat After Me (Wendel), 02. Reach, 03. Natural Bridge (Endsley), 04. Glimmer (Benjamin), 05. Another One (Wendel), 06. Top Hat (Endsley), 07. Lo Hi, 08. Long Walk (Benjamin), 09. Say so (Wendel)
Ben Wendel - ts, effects, Shane Endsley - tp, synth-b, effects, Adam Benjamin - keyb, Nate Wood - dr, bg (1,7,9)
rec. 09/2023
GroundUP Music
BEN WENDEL BaRcoDe *******
01. Clouds (Wendel), 02. Mimo, 03. Olha Maria (Jobim), 04. Repeat after me. 05. Bird Ascend, 06. Lonely One
Ben Wendel - ts, EFX, Joel Ross - vib, mar, Simon Moullier - vib, chromatic balafon, EFX, Patricia Brennan - vib, EFX, Juan Diego Villalobos - vib, mallet station, perc, EFX
Es ist das Eine, diesem Quartett bei der Arbeit zuzuschauen. Der schier endlosen Kette von Knaller-Themen, den vamps, den mitunter ungeraden Takten, den hoch-erhitzten Soli.
Vor allem dem zirzensischen Akt, in dem Nate Wood in Personalunion die Rhythmusgruppe stellt: mit der linken Spielhand drückt die Saiten der Baßgitarre nieder (tapping), mit den anderen Extremitäten kommt er seiner Hauptrolle als Schlagzeuger nach.
Es ist aber etwas Anderes, diesem audio-visuellen Spektakel nur in einem Sinneskanal zu folgen (akusmatisch = ohne die klanglichen Quellen zu sehen), vulgo vom Tonträger.
Sicher, die Präzision der Ausführung ist beeindruckend, der Sound springt einen an.
Noch dazu in - wenn man so will - „kompakter“ Form; kaum einer der neun Titel überwindet die 5-Minuten-Marke (der mit 2:45 kürzeste heißt auch noch „Long Walk“).
Das heisst aber auch, es bleibt wenig Raum für solistische Exkurse.
Mit anderen Worten, wer nicht gerade als Novize auf Kneebody stößt, wer große Teile ihres spezifischen Jazzrock-Formates über 25 Jahre „vor Ohren“ hat, der mag nicht lange den Eindruck unterdrücken: dieses Format ist langsam auserzählt.
Es gibt nichts, was sich gegenüber vorhergehenden Alben hervorzuheben lohnte.
---wird fortgesetzt
erstellt: 22.01.26
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