"Nobody was ready for Cassandra Wilson to die today".
Der US-Jazzpublizist Nate Chinen trifft den Punkt: außerhalb des engsten Familienkreises sei niemand auf diese Nachricht vorbereitet gewesen (zumal keine Todesursache mitgeteilt wurde).
Auch Ted Goia ist zuzustimmen, dies sei der Tod "einer der größten Jazzsängerinnen".
Die Suggestivkraft der Nachricht überblendet in der Tat die eigene Rezeption, die - man muss nun wirklich nachschlagen -, in den letzten Dutzend Jahren nicht von großem Entzücken geprägt war.
Stellvertretend ein Album aus einer ganzen Talsohle, nämlich „Another Country“ von 2011, womit nicht das Musikgenre angesprochen war, sondern der neben New Orleans zweite Aufnahmeort, nämlich Florenz in Italy, vulgo in „another country“.
„Das Problem dieser Sängerin“, so meinten wir damals die Flaute zu erklären, „bleibt ihre Abhängigkeit von starken Produzenten, die ihr die Richtung weisen, in welche sie ihre beachtlichen Künste ausrichten soll.“
Und deren hatte sie mehrere zu Beginn ihrer Karriere. Angefangen mit dem Münchner Stefan Winter, der sie behutsam aus dem Kreis um Steve Coleman löste und auf sieben Alben seines JMT-Labels („Jazz Music Today“) von „Point of View“ (1986) bis „After the Beginning again“ (1992) das exzeptionelle Alt der Künstlerin zu großer Charakterstärke formte.
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Cassandra Wilson, geboren am 5. Dezember 1955 in Jackson/MS als Cassandra Fowlkes, starb ebendort am 2. September 2026. Sie wurde 70 Jahre alt.
Foto: Scott Penner, Wikipedia (Ottawa, 2008)
erstellt: 03.09.26
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