
Dieses Lächeln.
Kein anderer Jazzmusiker trat einem so zuverlässig mit diesem Ausdruck entgegen.
Nicht auszuschließen, dass sich hinter dieser immer gleichen Form unterschiedliche Bedeutungen verbargen.
Und, kein anderer Jazzmusiker, der als zweites so häufig in seine Umhängetasche langte mit der Frage „Hast du schon meine neue CD?“.
Oft auf seinem eigenen Label 7Dreams Records.
So lange schon war er in die Kölner Jazzszene integriert, dass die Verleihung des WDR Jazzpreises 2015 an ihn (in der Kategorie Improvisation) dann doch überraschend wirkte.
In die Domstadt war er 10 Jahre, nachdem er 1988 das (noch) sozialistische Rumänien verlassen hatte, über Wien gekommen, letzteres seine Eintrittsstation in die europäische Jazzwelt.
Er spielte in Christian Muthspiels Octet Ost. Unter seinen mehr als 40 Alben als Bandleader sind noch zu seiner Wiener Zeit drei mit Thomasz Stanko, ab 1992 gehörte er zum Quartett von Mal Waldron.
An der Musikhochschule Bukarest hatte er Klarinette und Musikpädagogik studiert, Saxofon und Flöte später autododaktisch.
Er war, das kann man nicht anders sagen, ein moderner Multistilist, bis hinein in den Thirdstream, vielfach mit Bezügen zu seiner transsilvanischen Heimat.
Diese Bewegung prägte nicht nur seine letzten Lebensjahrzehnte. Zweimal erhielt er einen Preis des rumänischen Komponistenverbandes. Er veröffentlichte historische Aufnahmen des rumänischen Jazz.
Noch am Tag vor seinem überraschenden Tod soll er im transsilvanischen Brașov auf der Bühne gestanden haben.
Nicolas Simion, geboren als Nicolae Simion am 15. Juni 1959 in Dumbrăvița bei Brașov, starb am 29. August 2026 in Brașov. Er wurde 67 Jahre alt.
Foto: Gerhard Richter
erstellt: 01.09.26
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