Für diese Folge müssen wir ganz tief unter Deck steigen, dorthin, wo die Ahnungslosigkeit am größten, ja beinahe mit Händen zu greifen ist - gleichwohl fehlen Sicherheitsstandards, die den einen oder anderen Gedankenfurz am Aufsteigen hindern.
Der Anlass zu diesem Blick nach unten ist - wie könnte es anders sein dieser Tage? - der Herr Kamasi, der zuverlässig dort den größten Eindruck schindet, wo elementare Kenntnisse des Jazz dem Nullwert zum Verwechseln ähnlich sind.
Einen Arno Frank im MusikExpress hindert es nicht, aus dem Bullauge knapp über der Wasseroberfläche „ein(en) Ozean aus Jazz“ zu beschreiben, nämlich den Herrn K.

Dass er im weiteren Verlauf seines Jazz-Bashing Till Brönner mit dem Moers Festival in Verbindung bringt, ist kaum der Rede wert; man muss sich geradezu wundern, dass er nicht auch noch den berühmt-berüchtigen Spruch von Frank Zappa bemüht.
Mehr als eine Petitesse hingegen ist Herrn A´s Verhältnis zur Logik.

„Manche fragen sich, was der Erfolg Kamasi Washingtons aussagt über den allgemeinen Zustand der Jazzmusik. Nun, er zeigt, dass Jazz nur so lange tot ist, bis dieser eine kommt, der ihn wieder zum Leben erweckt.“
Das mag man dumm-dreist nennen; die Volte folgt im nächsten Satz:
„Allerdings kann Washington das nur für seine eigene Musik leisten.“
Demnach wäre also der Herr K. gar kein Jazzmusiker.
Und „der Ozean aus Jazz“ eine fata morgana.

erstellt: 25.07.18
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