Gunter Hampel, 1937-2026

Er ist/war neben Rolf Kühn (1929-2022) der wohl größte Transatlantiker des deutschen Jazz.
Jahrzehnte hat er in New York gelebt und hatte noch sehr lange, parallel zu Göttingen, eine „Butze“ dort.
Unfassbar das Spektrum derer, die er getroffen, mit denen er dort, aber auch in Europa gespielt hat:
Thelonious Monk, Benny Goodman, Lionel Hampton, Jimi Hendrix, Anthony Braxton, Archie Shepp, John McLaughlin, Hans Werner Henze, Daniel Barenboim...
Er dürfte der adaptionsfähigste deutsche Jazzmusiker gewesen sein.
Mehr noch als Peter Kowald (1944-2002) war er in die afro-amerikanische Community integriert; aus der Ehe mit der afro-amerikanischen Sängerin Jeanne Lee (1939-2000) gingen zwei Kinder hervor.
Er hat mit Akkordeon begonnen, spielt Vibraphon, Baßklarinette und Flöte, aber auch alle Saxophon-Arten. Er ist ein Improvisator par excellence, aber auch Wegbereiter des europäischen FreeJazz - ohne an der „Kaputtspielphase“ Ende der 60er Jahre beteiligt gewesen zu sein.
Das amerikanische Magazin down beat will schon 1964 in ihm einen „Romantiker“ erkannt haben - was er nicht zurückweist.
Ebenfalls nicht, dass er ein großer Geschichtenerzähler war. (Speak like a Child).
Gunter Hampel, geboren am 31. August 1937 in Göttingen ist am 18. Mai 2026 in Berlin verstorben. Er wurde 88 Jahre alt.
--Nachruf wird ergänzt

erstellt: 21.05.26
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