“I’m Brad, and I’m a proud nationalist.”

„Ich bin Brad, und ich bin ein stolzer Nationalist.“
Schrecksekunde.
Stellen wir uns diesen Satz mit einem deutschen Subjekt vor, also einem/r deutschen JazzmusikerIn als Absender - das größte Stückchen cancel culture, das unsere kleine Welt aufbieten kann, ergäbe sich im Nu (vorzugsweise von Berlin aus).
“I’m Brad, and I’m a proud nationalist“ lautet der Eröffnungssatz im jüngsten Beitrag von Brad Mehldau in seinem blog „Watching Rome Burn“ auf Substack.
Mehldau ist (Achtung: Werturteil!) vermutlich derzeit der tonangebende Pianist des Jazz, seit einigen seiner booklet-Texte kennen wir ihn auch als das, was wir einen „Bildungsbürger“ nennen. Er würde das verstehen, wahrscheinlich akzeptieren und, ebenso wahrscheinlich, mit ein, zwei Differenzierungen versehen.
Denn er kennt sich aus in der europäischen Geistes- und Musikgeschichte (schon „Watching Rome Burn“, der Titel seines blogs, ist ja sowas von alt-europäisch) und selbstverständlich der seines Heimatlandes.
In den letzen Folgen behandelt er einen Band des US-Theologen Reinhold Niebuhr (1892-1971) sowie des US-Philosophen Richard Rorty (1931-2007).
Brad Mehldau, da sind wir sicher, nähme eine pole position ein in Volker Kriegels Pantheon von „Einzelanfertigungen“, die jazzcity.de seit Jahren sich erdreistet, im Sinne des Urhebers nach dessen Tod (2003) einfach weiter zu bestücken.

---wird fortgesetzt

erstellt: 03.05.26
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