Vielleicht macht sich auch Winfried Kretschmann, der anlässlich seines Todes persönliche Worte über ihn fand, demnächst auf in die Württembergische Landesbibliothek:
Dort ist bis zum 13. Juni 2026 ein großer Teil des Nachlasses von „Stuttgarts great son“ (wie die Witwe ihn schon zu Lebenszeiten ausgerufen hat) zu sehen.
Der Nachlassgutachter, so Randi Bubat gegenüber dem SWR, habe zur Erfassung 150 Stunden in ihrem Haus verbracht. Die Bibliothek hat den Nachlass schließlich 2024 erworben.
Wolfgang Dauner ist vor sechs Jahren im Alter von 84 Jahren verstorben, die Ausstellung „Wolfgang Dauner. Jazz et cetera“ wurde eröffnet gut zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag.
Der Titel ist einem seiner Ensembles entlehnt, er ist aber auch insofern zutreffend, als Jazz in mehreren Formen zwar zwar den Schwerpunkt seiner langen Karriere ausmachte, er dorthin aber über den Schlager kam und später auch als Musikvermittler und Filmmusikkomponist tätig war.
„Der Nachlass spiegelt ein Leben im Zeichen des Experiments und der Provokation. In sechs Abschnitten gibt die Ausstellung (…) Einblicke und spannende Hörproben aus der Welt des Musikers“, verspricht die Landesbibliothek.
Man kann die Musik eines der Gründerväter des Jazz in Deutschland hören & lesen, seine Instrumente sehen, darunter ein früher Synthesizer, den er aus England nach Deutschland gewuchtet hat, aber auch ein selbstgefertigtes Trompetenmundstück.
Dauner hat es während einer Mechanikerlehre gefräst. Stars wie Marika Rökk oder Zarah Leander hat der spätere Experimentator auf der Trompete begleitet, zum Jazzpiano fand er erst später.
Zur Ausstellung gibt es Führungen und ein Begleitprogramm.
erstellt: 13.03.26
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