Branford Marsalis & Dianne Reeves celebrate John Coltrane, Monheim

„Branford Marsalis and Dianne Reeves celebrate John Coltrane“. So lautet der Titel der Tournee wie auch der unausgesprochene Subtext des dazugehörigen neuen Albums „Dedicated to you“.
Sie führt durch die auch dem Jazz lange schon offenen Tempel der europäischen Konzert-Repräsentation: Musikverein (Wien), Elbphilharmonie (Hamburg), Alte Oper (Frankfurt/M) sowie München (Isar Philharmonie).
Zu diesem Kreis zählt sich auch die Philharmonie Köln.
Aber, weil dort an diesen Abend der neue Saxophon-Wirbelwind Immanuel Wilkins gebucht war, nahm die Tour ihren Auftakt nicht dort, sondern 26 km Rhein-abwärts, in der nach ihrer nautischen Position benannten Kulturraffinerie K714 in Monheim am Rhein.

Eine nicht kleine Fraktion von Cineasten dürfe sich an den breit amerikanisch ausgesprochenen Namen der Stadt erinnern, aus den ersten Minuten der Filmdoku von Mika Kaurismäki, „Every note you play“, über ein Festival, das bis zum Juli 2025 die Stadt mit einer anderen Art der improvisierenden Künste erleuchtet hat.
Und zunächst auf die an diesem Rheinbogen nun edelst von einer Schmierstätte zur Kulturraffinerie K714 umgebaute Location als ultimativen Ort zustrebte (das an diesem Rhein-km ankernde Schiff als Konzertsaal galt vorerst nur als Provisorium).
Wer noch den Baustellen-Rundgang mit dem Triennale-Intendanten Reiner Michalke aus dem März 2020 in Erinnerung hat, kommt nun mit der Orientierung in Schleudern, zumal wenn er sich dem on top Tag und Nacht glitzernden Gebäude von dem hunderte Meter entfernten Parkhaus nähert.
Es ist teuer und leer zur Abendzeit. Sein Nutzen dürfte sich bei Tageslicht zeigen. Der Weg zu K714 führt nämlich, nein nicht durch ein „dunkles Industrieviertel“, sondern vorbei an x unbelebten Verwaltungsgebäuden (die Stadt war ja mal berühmt für ihre niedrigen Gewerbesteuern).
Die grösste Überraschung aber wartet drinnen: der große Saal für die amerikanischen Jazzstars ist mit 800 Besuchern so gut wie ausverkauft. Und nebenan, so erfährt man, im kleinen Saal, gastiert das Kabarett „Die Distel“, vor 300 ZuschauerInnen.

---wird fortgesetzt

erstellt: 07.11.26
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